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Golftourismus boomt: Platz in Vorbeck bei Schwerin erinnert an Schottland : Abschlag zwischen Gras und Ginster

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Sanddünen so weit das Auge reicht. Ginster, Heidekraut, Sanddorn und Strandhafer gedeihen auf den Hügeln. Dazwischen wie hingeworfen ein paar grüne Oasen, sattes Gras, exakt auf Kante gemäht. Die neue 18-Loch-Anlage.

Vorbeck | Sanddünen so weit das Auge reicht. Ginster, Heidekraut, Sanddorn und Strandhafer gedeihen auf den Hügeln. Dazwischen wie hingeworfen ein paar grüne Oasen, sattes Gras, exakt auf Kante gemäht. Einem britischen Golfplatz am Meer sei die neue 18-Loch-Anlage im Binnenland bei Schwerin nachempfunden, sagt Stefanie Merchel, Sprecherin von Winston-Golf in Vorbeck. Am 2. Juli werde der erste Linksplatz im Nordosten eröffnet. Mit der gut sechs Kilometer langen Meisterschaftsanlage werde der vor neun Jahren eröffnete Golfplatz Vorbeck im Landkreis Parchim auf 45 Löcher und 202 Hektar Fläche erweitert.

Vorbild sind karge schottische Uferlandschaften

Vorbild für die neue Anlage im "Linksland"-Stil seien karge schottische Uferlandschaften, erklärt Merchel. Diese rauen, windgepeitschten Areale würden die See mit dem dahinter liegenden fruchtbaren Ackerland "verbinden" - daher der Name (englisch: to link - verbinden, altenglisch: hlinc - dürr, unfruchtbar). In Schottland gehören solche unwirtlichen Landschaften oft der Allgemeinheit, etwa für Sport und Spiel. In Mecklenburg verwandelten sich trockene Felder nahe der Landeshauptstadt in frisches Golfland. 1,2 Millionen Kubikmeter Erde wurden bewegt: Kuhlen ausgehoben und der Sand zu Dünen und welligen Fairways aufgehäuft.

Es entstand ein Platz für Könner: Erst ab Handicap 28 dürften Golfer den neuen Winston-Links bespielen, betont Merchel. "Die hügelige Landschaft, die harten schnellen Grüns verlangen eine extrem präzise Spielweise", sagt sie. "Erfinder" des anspruchsvollen Areals ist der Kanadier David Krause, einer der international gefragtesten Golf-Architekten. Auf dem neuen Platz bei Schwerin, der wegen seiner Größe und des veränderten Landschaftsbildes auch heftig kritisiert wird, hole sich die Natur bereits vieles zurück, beobachtet Merchel. "Schon jetzt siedeln sich bedrohte Uferschwalben in den Hügeln an."

Golfen war in Ostdeutschland vor gut 20 Jahren nur vom Hörensagen bekannt, der Sport galt als elitär und staatlich nicht förderfähig, wie sich der Schweriner Rüdiger Born erinnert, heute Präsident des Golfverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Bei Vereinsbeiträgen von 850 bis 1300 Euro pro Jahr sei der Golfsport im Nordosten nicht teurer als regelmäßiges Training im Fitnesscenter, meint er. So habe sich die Zahl der Mitglieder in den Golfclubs seit 2002 von rund 1000 auf heute 11 500 vervielfacht. Jedes dritte Vereinsmitglied komme aus benachbarten Bundesländern wie Hamburg oder Schleswig-Holstein.

Jede zweite Runde wird von Touristen gespielt

Jede zweite Golfrunde zwischen Elbe, Oder und Ostseeküste wird bereits von Touristen gespielt, wie der Verbandschef weiter erklärt.

Die Zahl der Golfurlauber steige kontinuierlich an. Voriges Jahr seien bereits 400 000 Übernachtungen von Golfspielern gezählt worden nach 260 000 im Jahr 2006. Seit 1992 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 17 Anlagen neu gebaut, weitere sind geplant. Der erste Golfplatz des Landes, Hohen Wieschendorf bei Wismar, soll nach der Insolvenz des Golfhotels noch diesen Sommer von regionalen Unternehmern wiederbelebt werden.

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erstellt am 10.Jun.2011 | 04:44 Uhr

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