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Lokales

20. November 2017 | 19:56 Uhr

Abschied von der Rocknacht

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erstellt am 03.Jun.2010 | 06:53 Uhr

Plattenburg | Traurig, aber wahr: Es wird keine Rocknacht auf der Plattenburg mehr geben. Was die "Väter" dieser weit über Prignitzer Grenzen hinaus beliebten Musikveranstaltung bereits 2009 andeuteten, ist jetzt Gewissheit. "Im Kopf war es zwar schon lange klar, aber im Herzen nicht, denn man verabschiedet sich von so einem Kind nur schwer", beschreibt Dietmar Vollert die Situation.

Mit Dr. Uwe Steuer hatte er 1995 die Idee, die gemeinsame Leidenschaft für die Rockmusik und für die Plattenburg zusammenzufügen. Noch im selben Jahr gab es die erste Rocknacht auf dem Burghof, kamen auf Anhieb rund 600 Zuschauer. Das musikalische Event in dem einzigartigen Flair der alten Gemäuer wurde für viele Rockfans schnell zum festen Termin im Kalender. Und das nicht zuletzt wegen der musikalischen Prominenz, die Steuer und Vollert nach Plattenburg holten. Ob Inga Rumpf oder August Zirner, Fernsehkommissar Ivo Batic alias Miroslav Nemec oder Jan-Josef Liefers, Dirk Zöllner oder Hugo Egon Balder, Tony Carey oder Jon Lawton - manche von ihnen kamen sogar mehrfach, denn die Stimmung im Burghof war immer einzigartig, das Publikum klasse.

Doch Qualität hat ihren Preis, vor allem auch musikalische. In den letzten Jahren reichten die Einnahmen aus dem Kartenverkauf und selbst Sponsorengelder nicht mehr, um alle Ausgaben zu bestreiten. Vollert und Steuer zahlten privat drauf. Denn trotz aller Beliebtheit nahmen die Besucherzahlen ab. Steuer bringt es auf den Punkt: "Für immer weniger Prignitzer gibt es immer mehr Veranstaltungen. Dazu kommt, dass viele Leute auch immer weniger Geld in der Tasche haben."

Die beiden Rocknachtenthusiasten unternahmen noch einmal einen Versuch, Partner mit ins Boot zu bekommen. "Ich bin beim Landkreis und auch in der Gemeinde Plattenburg gewesen, habe aber überall nur Absagen bekommen. Nicht mal in die Veranstaltungstipps des Prignitz-Sommers wurden wir aufgenommen", erklärt Vollert. Andererseits "wurde in Wittenberge mit Steuergeldern eine Festspielbühne gebaut, trat dort 2009 am gleichen Abend, an dem wir die Rocknacht veranstalteten, die Queen-Revival-Band auf", führt Vollert an. Zwar kamen dennoch mehrere Hundert Besucher auf die Plattenburg, aber es reichte am Ende nicht.

"Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören", meint Steuer ganz pragmatisch. Es noch einmal zu versuchen, lehnen beide ab. "Machen wir die 16., dann muss es auch die 20. Rocknacht geben, das aber ist finanziell einfach nicht zu stemmen. " Ein Abschiedsgeschenk soll es aber noch für die Burg geben, denn Vollert und Steuer haben über die Jahre die Sanierungsarbeiten materiell unterstützt.

Rein musikalisch gesehen haben die beiden in diesem Jahr dann doch noch ihre Hände im Spiel auf der Burg. "Wir unterstützen den neuen Pächter, der dort am 7. und 8. August Mittelalter-Rock veranstaltet. Wir werden das Event auf unserer Internetseite ankündigen, mit Rat und Tat helfen, wenn es gewünscht ist", verspricht Vollert. Und was ist mit eigenen neuen Ideen? Die werde es sicher für die nächsten Jahre geben, "aber wenn, dann mit einem anderen Konzept". Bis dahin bedanken sich Steuer und Vollert bei ihrem "tollen Publikum".

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