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Pyrenäenberghund wieder in Köchelstorf angekommen : Abby nach Odyssee wieder zu Hause

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Freudestrahlend und total erleichtert nahm Dirk Nehring seine Abby wieder in die Arme. Etwas zerzaust und mit Kletten im langen, weißen Fell erkannte auch der Pyrenäenhund sein Herrchen wieder und rannte ihn fast um.

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erstellt am 09.Jan.2011 | 06:09 Uhr

Köchelstorf | Freudestrahlend und total erleichtert nahm der Köchelstorfer Dirk Nehring am Freitag um 8.30 Uhr seine Abby wieder in die Arme. Etwas zerzaust und mit Kletten im langen, weißen Fell erkannte auch der Pyrenäenhund sein Herrchen wieder und rannte ihn fast um.

In der Silvesternacht gegen 22.30 Uhr hatte sich die zehn Monate junge Hündin nach einem verfrühten Silvesterfeuerwerk der Nachbarn plötzlich auf und davon gemacht. "Der Zaun ist nur 1,30 Meter hoch und da ist Abby rüber geklettert", erklärte Besitzerin Kerstin Nehring, die von einem "Kletterhund" spricht. "Der Hund lehnt sich an die Hecke und zieht sich dann regelrecht rüber. Da sind bei so einem großen Hund 1,30 Meter kein Problem."

Nur fünf Minuten später entdeckten Kerstin und Dirk Nehring das Verschwinden und machten sich sofort auf die Suche - die Silvesternacht mit eingeladenen Freunden war damit abgeschrieben. "Wir haben zunächst die Spazierwege abgesucht. Im ganzen Dorf später immer größere Runden gemacht- aber nichts", berichtete Dirk Nehring. Nach einer erfolglosen Suche ging es gegen 3 Uhr erstmal ins Bett. Schon früh um 7 Uhr war es für den Besitzer kaum noch auszuhalten und der Köchelstorfer machte sich nach dem Liebling der Familie wieder auf die Suche. Jetzt ergab sich eins nach dem anderen. Die Polizeistation Gadebusch, das Hundesuchwerk Tasso und die Medien wurden nach und nach eingeschaltet. 500 Flugblätter wurden gefertigt und überall aufgehängt, wo man den Hund vermutete. Die Radiosender berichteten von der Suche. Über das Internetportal "Facebook" breitete sich die Nachricht so weit aus, dass selbst Angler auf dem Schweriner See wussten, um wen es geht. Schließlich hatten sich aufmerksame Bürger gemeldet, die den Hund zwischen Schwerin und Leezen gesehen haben wollten. Auch in der Nähe von Tribsees und Bad Sülze wollten Leute den Hund gesehen haben. "In unserer Verzweiflung haben wir uns an jeden Strohhalm geklammert und sind selbst nach Tribsees gefahren. Doch irgendwie ergab sich kein konkreter Anhaltspunkt. Mal war es ein Golden Retriever, mal irgendein anderer kleiner Hund", berichtete Kerstin Nehring. "So langsam kam uns der Gedanke, Abby wäre überfahren oder auch einfach mitgenommen worden."

Erst am Mittwoch wurde es deutlich konkreter und die Familie schöpfte neue Hoffnung. In der Nähe von Metelsdorf bei Wismar hatten Bürger den Hund laufen sehen. Auch bei der Polizeistation hatte der Hund zwischendurch schon "seinen" Zaun markiert. Daran konnten sich die Polizeibeamten zumindest erinnern. "Jetzt hatten wir unsere Suche hierher verlegt, bis wir am Donnerstag die Mitteilung bekamen, das Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Hund mit einer Schlinge in der Nähe von Boienhagen bei Testorf fangen wollten, das aber misslang. Und wir kamen nur drei Stunden zu spät", war Dirk Nehring auch zwei Tage nach dieser Nachricht immer noch sichtlich aufgeregt.

Doch die Schlinge zog sich trotzdem zu. Nachdem der Hund in Boienhagen nicht festgehalten werden konnte und die Suche bis in die Abendstunden erfolglos blieb, ging es am Freitagmorgen ziemlich schnell.

Noch vor dem Hellwerden fuhren die Suchenden wieder in die Nähe von Testorf, Bobitz und Mühlen Eichsen. Ein Anruf eines Tierarztes erlöste schließlich die ganze Familie. Auf dem Reiterhof der Familie Dörre in Börzow war das Tier von Nachwuchsreiterin Sophie Dörre behutsam angesprochen, anschließend aufgenommen und an die Leine genommen worden. Der Pyrenäenhund musste also die Autobahn überquert und noch in der Nacht bis nach Börzow gelaufen sein. Die Familie Dörre rief den Tierarzt der Region an, der wiederum informierte schließlich die Nehrings. Fast alle Tierärzte genauso wie alle Ordnungsämter und Polizeistationen hatten inzwischen schon vom verschwundenen Hund erfahren. Familie Nehring machte sich in Windeseile auf den Weg nach Börzow und konnten ihre "Abby" endlich wieder in die Arme nehmen.

"Auf diesem Wege möchte ich noch einmal allen Leuten und allen Medien danken, die uns geholfen haben, Abby wiederzufinden. Wir fanden das klasse und am Ende hat das gesamte Netzwerk ja auch funktioniert", erklärte Dirk Nehring, der jetzt über ein GPS (ortbares)-Halsband für Abby nachdenkt.

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