Ab Sonntag freie Fahrt auf der Schiene

Das Gleisbett wird gereinigt - vorbereitende Arbeiten, bevor es ans so genannte Stopfen gehen kann. Doris Ritzka
Das Gleisbett wird gereinigt - vorbereitende Arbeiten, bevor es ans so genannte Stopfen gehen kann. Doris Ritzka

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09. Dezember 2010, 07:50 Uhr

Perleberg | Ab dem 12. Dezember geht es wieder auf der Schiene von Wittenberge nach Pritzwalk und umgekehrt, bestätigt die Pressestelle der Bahn. Wie geplant, rechtzeitig zum Fahrplanwechsel, ist die neue Bahnbrücke über die Stepenitz fertig. Am Sonntag um 5.09 Uhr ist die ausgewiesene Ankunftszeit des Zuges aus Wittenberge, wenige Minuten später quert er als erster die neue Trogbrücke, und das in voller Fahrt. 70 km/h, so die zulässige Geschwindigkeit in diesem Bereich, und unter voller Last könne hier fortan gefahren werden. Bis dato waren es zehn km/h und mit Lastbegrenzung, was vor allem für Güterzüge ein Beschränkung bedeutete.

Die letzten Tage verlangten den Kollegen auf der Baustelle noch einmal alles ab. Der Grund: Der frühe Wintereinbruch. Millimetergenau wurde der über 200 Tonnen schwere Brückenkoloss am 1. Dezember eingehoben. Eisige Kälte erschwerte bereits die Arbeiten, noch problematischer waren die Minusgrade allerdings für das anschließende Betonieren der Lagersockel. Und auch die Fahrbahnüberkonstruktion musste noch vergossen werden. Auf elf Grad Minus war zeitweise die Quecksilbersäule des Thermometers gefallen. "Wir mussten die Baustelle einhausen, sie praktisch mit einem Zelt ummanteln und bis zwölf Grad Celsius hochheizen", erläutert Polier Udo Edelberg von der Firma Ostbau. Inzwischen kam den Bauleuten das Wetter dann doch etwas entgegen, "es war nur noch minus sechs Grad kalt", fügt er an. Zwei Tage, dann waren die Arbeiten geschafft. Nun musste der Beton aushärten, um einem Druck von 40 Newton/Quadratmillimeter Stand zu halten. 48 Stunden später war der Wert erreicht.

Seit Dienstag sind die Gleisbauer auf der Strecke. Gestern wurde das Gleis gestopft, wie es fachmännisch heißt, heute soll alles fertig sein, die Gleisanlage abgenommen werden.

Auch wenn ab Sonntag der Verkehr hier wieder über die Schiene läuft, gearbeitet wird weiter, unter anderem an der Böschung unterhalb des Brückenbauwerks. Aufgrund der kalten Witterung sind Anfang des Jahres, wenn es das Wetter zulässt, noch zusätzliche Maßnahmen am Oberbau notwendig, die aber nicht den Zugverkehr beeinflussen werden, ist von der Baufirma zu erfahren. Und auch die Pollobrücke steht noch aus. Die fertige Brückenkonstruktion harrt in Magdeburg darauf, in Perleberg eingehoben zu werden. Zuvor muss aber hier die Gründung neu beplant werden. Die Rede ist von Frühjahr 2011, dann soll auch die Fußgängerquerung über die Stepenitz fertiggestellt sein.

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