Ab Montag noch mehr Geduld nötig

Autos so weit das Auge reicht:   Zu Stoßzeiten staut sich der Verkehr entlang der Rövershäger  Chaussee und in die Gegenrichtung bis zum Werftdreieck.  Nicole Esins  plant für ihren Arbeitsweg von Kassebohm in die Innenstadt mehr Zeit ein. Irene Burow
Autos so weit das Auge reicht: Zu Stoßzeiten staut sich der Verkehr entlang der Rövershäger Chaussee und in die Gegenrichtung bis zum Werftdreieck. Nicole Esins plant für ihren Arbeitsweg von Kassebohm in die Innenstadt mehr Zeit ein. Irene Burow

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14. April 2010, 08:54 Uhr

Rostock | Rostocks Pendler sind gestresst: Seit dem 6. April brauchen die bis zu 10 000 Autofahrer im Baubereich der Vorpommernbrücke starke Nerven. "Um von Kassebohm zur Arbeit in die Innenstadt zu gelangen, brauche ich normalerweise nur zehn Minuten. Jetzt brauche ich fast eine halbe Stunde", sagt Nicole Esins. Der Verkehr staut sich, da auf der Brücke wegen Bauarbeiten derzeit von insgesamt vier meist nur zwei, also ein Fahrstreifen, in jede Richtung geöffnet sind. "Mich nervt, dass sich die Verkehrsführung in den letzten Tagen laufend verändert hat. Mal geht es schneller, dann kommt man wieder gar nicht voran", sagt die 23-Jährige. Außerdem könne sie nicht über den Mühlendamm ausweichen, da auch dort an der Schleusenbrücke gebaut wird. Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs kommt für sie als dauerhafte Alternative nicht infrage. "Ich arbeite in der Immobilienbranche und bin tagsüber viel unterwegs. Ich müsste auch meinen Dauerparkschein kündigen." Auch ihr Freund Daniel Schröder steckt nun täglich im Stau. Von Rostocks Stadtmitte nach Hinrichsdorf hat er genau den entgegengesetzten Arbeitsweg. "Morgens geht es, aber abends muss ich mehr Zeit einplanen. Mit dem Bus würde ich ja noch länger brauchen, als sowieso schon", sagt der 23-Jährige.

Trotz des zu Stoßzeiten zäh fließenden Verkehrs rund um die Vorpommernbrücke ist laut Heiko Tiburtius, Chef im Tief- und Hafenbauamt, das Umleitungskonzept aufgegangen: "Die Lage auf der Rövershäger Chaussee und am Warnowufer hat sich entspannt." Viele Verkehrsteilnehmer hätten sich schon umorientiert, fahren beispielsweise trotz zeitgleicher Baustelle über die A 19. "Der Park-and-Ride-Parkplatz in der Gutenbergstraße in Dierkow ist sehr gut ausgelastet." Auf den anderen gebe es noch Kapazitäten. "Vermutlich hängt das mit der Tarifzonengrenze am Dierkower Kreuz zusammen. Passagiere wollen nur den Ein-Zonen-Tarif der Rostocker Straßenbahn Gesellschaft bezahlen", sagt Tiburtius. Die RSAG bestätigt Zuwächse bei den Fahrgästen in den vergangenen Tagen. "Die Rostocker nutzen unser Angebot, mit Straßenbahnen vom Nordosten in die Stadt und zurück zu fahren", sagt Sprecherin Swantje Gertenbach. Zusätzliche Bahnen stünden im Bereich Dierkower Kreuz bereit. Sie seien bereits täglich ergänzend im Einsatz gewesen, so Gertenbach. Die Busspur in der Tessiner Straße habe sich bewährt, deshalb seien Busse der Linien 22 und 23 weitgehend pünktlich und sicherten so besonders den Schülerverkehr.

Mit den Bauarbeiten liegt das Tief- und Hafenbauamt voll im Plan. "Wir sind noch mit vorbereitenden Maßnahmen beschäftigt", sagt der Amtsleiter. "An den unsichtbaren Moorbrücken wurden Betonpfähle eingebracht sowie Beleuchtungsanlagen demontiert." Bevor es richtig losgehen kann, wurden an den vergangenen beiden Tagen Munitionsuntersuchungen an mehreren Punkten neben der Fahrbahn durchgeführt, um keine bösen Überraschungen mit längst vergessenen Fliegerbomben zu erleben. "Noch gibt es Zeitfenster, in denen wir alle vier Spuren öffnen können. Doch ab der kommenden Woche beginnen die intensiven Baumaßnahmen", so Tiburtius. Bohrgeräte kämen zum Einsatz, zwölf Pfähle würden gesetzt. "Dann bleibt den Pendlern durchgängig nur ein Fahrstreifen für jede Richtung."

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