A 14-Lärmschutz unzureichend

Gebeutelte Ortslage: Bahn (schwarz), Ortsumgehung B 5 (blau) und jetzt die A 14 mit Anschlussstelle - jeder berechnet nur seinen Lärm.
Gebeutelte Ortslage: Bahn (schwarz), Ortsumgehung B 5 (blau) und jetzt die A 14 mit Anschlussstelle - jeder berechnet nur seinen Lärm.

Mehr Lärmschutz - diese Hauptforderung stellte auch der Ortsbeirat Karstädt, als er am Donnerstag in öffentlicher Sitzung die Planfeststellungsunterlagen A 14 erörterte.

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29. Mai 2009, 07:04 Uhr

Karstädt | Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin-Hamburg und Ortsumgehung B 5 - beide führen in unmittelbarer Nähe an Karstädt vorbei. Es gibt keinerlei Lärmschutzmaßnahmen. Jetzt soll die A 14 dazu kommen, die dann ab 2013/14 ebenfalls westlich an Karstädt vorbei führt - ohne Lärmschutz. Und: die A 14 wird die Löcknitz über ein Brückenbauwerk queren, dazu kommen zwei weitere Brücken über die Autobahn für die L 13 bzw. 131 - alle westlich der Ortslage, so dass der Westwind hier freie Bahn hat, die Fahrzeuggeräusche in den Ort zu tragen. West ist die Hauptwindrichtung, die den Lärm noch verstärkt, das wissen Karstädter, Semliner und Postliner aus jahrelanger Erfahrung nur zu gut.

Daher ist die Forderung von Ortsbeirat und Bürgern nach aktivem Lärmschutz in Form eines Walls, einer Wand bzw. Flüsteraphalt eindeutig. Was sie von der Logik nicht nachvollziehen können: Jeder Lärmverursacher berechnet seine Belastung für sich, eine Summierung von Bahn, Ortsumgehung und Autobahn, wie hier im konkreten Fall Karstädt, bleibt unberücksichtigt.

"Für Garlin und Neu Pinnow waren zuerst keine Lärmschutzmaßnahmen geplant, jetzt ist ein Lärmschutzwall vorgesehen", erklärte Wolfgang Fritze, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Und er will damit deutlich machen, dass es etwas bringen kann, beharrlich immer wieder Forderungen einzubringen. Dazu riefen er, Ortsvorsteher André Lüdemann und Bürgermeister Udo Staeck nochmals alle Bürger auf. Dem nächsten Amtsblatt, das Anfang Juni in jeden Haushalt kommt, ist ein Formblatt beigelegt, in das Betroffene - und das kann in irgend einer Weise jeder sein - Hinweise, Forderungen und Widersprüche eintragen und bei der Gemeindeverwaltung abgeben können. "Sie sollten so konkret wie möglich sein. Letzter Termin ist der 24. Juni, die Unterlagen selbst liegen aber nur noch bis 10. Juni zur Einsichtnahme aus", erklärte Wolfgang Fritze. Hartmut Gerloff, Ortswehrführer von Karstädt, fragte nach begleitenden Planungen des Katastrophenschutzes für die A 14. Die Gemeinde wird hier massive Forderungen stellen, "denn da braucht man ganz andere Technik", wie Udo Staeck betonte.

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