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Lokales

23. August 2017 | 08:24 Uhr

A 14: Die Trasse des Anstoßes

vom

Wittenberge | Das Planfeststellungsverfahren für den A 14-Abschnitt zwischen der B 195 und Karstädt liegt auf Eis. Der Bund lässt Untersuchungen für eine veränderte Trassenführung nahe der Elbestadt vornehmen.

Bentwischer und Lindenberger müssen nach mündlichen Informationen an die Verwaltungsspitze im Rathaus sogar befürchten, dass eine neue Trasse unmittelbar zwischen Grundstücken der Gartensiedlung und des Erlengrunds verlaufen kann, damit ein geschützter Naturraum nicht von der A 14 zerteilt wird. Erstmals zeigt unsere Zeitung heute auf der nebenstehenden Zeichnung diese Variante.

Vor dem Hintergrund dieser vom "Prignitzer" im Mai erstmals öffentlich gemachten Tatsache beginnt in der Stadt eine Diskussion, ob und wie diese Entwicklung als Chance für Wittenberge genutzt werden kann. Laut Bundesverkehrsministerium ist derzeit kein Baubeginn für den Abschnitt Wittenberge-Karstädt absehbar, teilte Ministerialrat Richard Schild auf "Prignitzer"-Anfrage mit.

"Wir wissen aber, dass der Teilabschnitt Karstädt-Groß Warnow bis zur Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern nach vorn rutschen soll", sagt Karsten Korup. Damit werde in Brandenburg ein deutliches Signal für die Autobahn gesetzt, betont der SPD-Stadtverordnete und Vorsitzende des parlamentarischen Wirtschaftsausschusses. "Damit haben wir Zeit gewonnen, um über eine vernünftige Trassengestaltung in dem hochsensiblen Bereich hinter der Elbquerung, also bei Wittenberge, nachzudenken." Korup betont: "Wir müssen alle festgefahrenen Denkweisen über Bord werfen. Ich votiere dafür, im Bereich der Stadt und der Ortsteile Lindenberg und Bentwisch ergebnisoffen alle Varianten, die schon einmal auf dem Tisch lagen, zu prüfen." Es müsse eine Trassengestaltung gefunden werden, "die den Menschen und dem Naturschutz gerecht wird". Dabei schließt Korup einen Ausbau der B 189 nicht von vornherein aus. Er kündigt an: "Wir werden im kleinen Kreis von Verantwortungsträgern in der Stadt ausloten, wie wir vorgehen."

Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann positionierte sich in dieser Woche im Hauptausschuss zum Thema A 14. Das Stadtoberhaupt votiert "für einen schnellstmöglichen Baubeginn". "Jede Verzögerung ist nicht im Sinne der Stadt Wittenberge." In Bezug auf eine neue Trassenlegung direkt bei Bentwisch, zu der es bislang nur mündliche Informationen gebe, sagt Dr. Hermann nachdrücklich: "Die Stadt kann sie in dieser Form nicht mittragen." Er kündigte an: "Wir werden uns zeitnah mit den Planungsbehörden in Verbindung setzen und zu einem Vor-Ort-Termin einladen." Für den Chef der SPD-Fraktion im Stadtparlament, Marcel Elverich, steht außer Zweifel: "Die A 14 muss kommen, unabhängig vom Trassenverlauf."

In Bentwisch haben sich Bewohner zu einer Bürgerinitiative zusammengetan. Für sie ist es unzumutbar, dass die Autobahnplaner überhaupt in Erwägung ziehen, die A 14 vor ihren Haustüren zu bauen.

Ihre Gedanken gehen aber über den reinen Protest hinaus, wie Horst Stary als ein BI-Vertreter gegenüber unserer Zeitung hervorhebt: "Es ist nicht im Sinne der Wirtschaft, wenn jetzt eine neue Trasse geplant wird, weil es viele Jahre dauert bis zum Feststellungsverfahren und bis zum Baubeginn." Stary, selbst Geschäftsmann, weiß genau, "wie wichtig eine gute Verkehrsanbindung für uns hier ist". Er meint deshalb: "Man kann auch mit einer A 14 bis Seehausen und dann ab Karstädt leben, wenn im Raum Wittenberge die Bundesstraßen zügig drei- oder vierspurig ausgebaut werden." Stary plädiert dafür, "dass sich Stadt, BI, Land und Bund, Planer und Grüne an einen Tisch setzen."

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erstellt am 22.Jun.2011 | 06:25 Uhr

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