BUND und Unternehmer klagen : A 14: Bundesgericht prüft den Bau

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Die geplante Verlängerung der Autobahn 14 von Magdeburg bis zur Ostsee steht vor dem Bundesverwaltungsgericht auf dem Prüfstand. Am 25. Mai will der 9. Senat seine Entscheidung zu dem Fall verkünden.

von
11. Mai 2011, 07:04 Uhr

Leipzig | Die geplante Verlängerung der Autobahn 14 von Magdeburg bis zur Ostsee steht vor dem Bundesverwaltungsgericht auf dem Prüfstand. Am 25. Mai will der 9. Senat seine Entscheidung zu dem Fall verkünden.

Der Betreiber eines Tontagebaus und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) klagen gegen den geplanten 7,5 Kilometer langen Teil zwischen Wolmirstedt und Colbitz nördlich von Magdeburg, den "Abschnitt 1.2".

Der BUND hält die geplante Autobahn-Verlängerung wegen des Bevölkerungsschwundes im Osten Deutschlands generell für überflüssig. Gestern begann die mündliche Verhandlung, heute wird sie fortgesetzt, eine Entscheidung soll dann in zwei Wochen feststehen.

Die Umweltschützer sehen in dem Ausbau-Projekt Parallelen zur A 20. Diese sei ebenfalls auf Grundlage unrealistischer, bewusst überzogener Prognosen gebaut worden und nun eine "Geisterautobahn", sagte der Anwalt des BUND.

"Auch bei der A14 rutschen wir bei der Verkehrsprognose in einen Bereich, wo eine Autobahn nicht mehr zu rechtfertigen ist." Die Kläger gehen davon aus, dass pro Tag weniger als 20 000 Fahrzeuge die Trasse nutzen werden.

Ein Gutachter des zuständigen Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt prognostizierte hingegen täglich 31 000 Fahrzeuge. Die schnelle Trasse sei nötig, weil die Bewohner der Altmark bisher mindestens eine Stunde bis zur nächsten Autobahn und bis zur nächsten großen Stadt brauchen. Dies sei nicht zumutbar. Zudem sei bis 2015 eine Zunahme des Güterverkehrs um eine zweistellige Prozentzahl zu erwarten.

Es gebe Anlass, darüber nachzudenken, ob die Daten des Bauherrn weit von der Realität entfernt sind, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Storost. Der BUND sieht den Ausbau der Autobahn auch kritisch, weil damit aus seiner Sicht 16 EU-Naturschutzgebiete und viele Tier- und Pflanzenarten, etwa Rotmilan und Hirschkäfer, beeinträchtigt würden.

Der Tongruben-Besitzer will vor Gericht erreichen, dass der A 14-Abschnitt nicht wie bisher geplant direkt über sein Areal führt. Er will in seinem Tagebau künftig auch Bodenschätze abbauen, Quarzit und Ton-Mineralien zum Beispiel. Das Vorkommen werde auf 1,3 Millionen Tonnen geschätzt und habe einen Wert von 251 Millionen Euro, sagte der Unternehmer.

Ein Experte des Landesamtes für Geologie und Bergwesen in Sachsen-Anhalt erklärte allerdings, das Vorkommen an Bodenschätzen sei auf dem Areal so gering, dass es keine Genehmigung für den Abbau geben werde. "Die Kernfrage ist hier: Wie wertvoll sind die Bodenschätze?", sagte Richter Storost.

Für die Prignitzer Bauabschnitte bei Wittenberge und Karstädt wird der Planfeststellungsbeschluss erwartet, die Auslegung war bereits im vergangenen Jahr..

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen