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Wiedergewählter SPD-Landeschef stimmte Partei auf Wahlkampf ein : 89,5 Prozent für Sellering

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Bei seiner Wiederwahl zum SPD Landesvorsitzenden erhielt Ministerpräsident Erwin Sellering gestern Abend deutlichen Rückwind für die nächsten 176 Tag bis zur Landtagswahl. 89,5 Prozent stimmten für den Westfalen.

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erstellt am 12.Mär.2011 | 01:15 Uhr

Waren | Bei seiner Wiederwahl zum SPD Landesvorsitzenden erhielt Ministerpräsident Erwin Sellering gestern Abend deutlichen Rückwind für die nächsten 176 Tag bis zur Landtagswahl. 89,5 Prozent stimmten für den Westfalen, der zum dritten Mal als Landesvorsitzender antrat. Nach zwei mageren Resultaten 2007 (78,5 Prozent) und 2009 (73,4) nahm Sellering das Resultat mit Erleichterung auf. 80 Prozent hatte er sich zuvor selbst als Ziel gestellt. 77 Ja-Stimmen bei 86 Delegierten.

"Wir sind bereit", damit stimmte der wiedergewählte Landeschef seine Partei in Göhren-Lebbin auf den Wahlkampf ein. Er erinnerte daran, dass die SPD bei der Bundestagswahl 2009 einen "schwarzen Tag" erlebt hatte. 16,8 Prozent Zustimmung erreichten die Sozialdemokraten damals, halb so viel wie die CDU bzw. auch die Linke. "Die Partei hat zusammengehalten", sagte Sellering und verwies auf jüngste Umfrage unsere Zeitung, nach der die SPD bei 34 Prozent stände, wenn am Sonntag Wahlen wären.

Der Parteitag in Göhren-Lebbin beschäftigt sich vor allem mit dem Wahlprogramm in seinen Teilen Wirtschaft und Arbeit. "Wir Sozialdemokraten haben eine klare Vorstellung, in welche Richtung sich das Land in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll", versprach Sellering. "Wir wollen, dass unser Land wirtschaftlich weiter voran kommt. Und wir wollen, dass es dabei sozial und gerecht zu geht." Arbeitsplätze zu schaffen bleibe die wichtigste Aufgabe. Es gebe zwar inzwischen 70 000 Arbeitsplätze mehr in MV als 2005 vor der letzen Wahl. Aber 100 000 Arbeitslose seien noch immer zu viel. "Wir sind noch nicht am Ziel", sagte Sellering. Der Ministerpräsident warnte, man müsse sich dabei von dem Traum der einen großen Ansiedlung verabschieden und vielmehr auf viele kluge Ideen setzen. Schwierig bleibe die Situation auf den Werften. Das Land werde weiter helfen, Schiffbauaufträge zu finanzieren. Aber Aufträge einzuwerben und erfolgreich abzuarbeiten, das könnten nur die Werften selbst. "Das müssen wir den Menschen auch so offen sagen."

Die SPD will auf traditionelle Branchen setzen, wie die maritime Wirtschaft, den Tourismus und die Ernährungsindustrie. Zugleich sollen Zukunftsbranchen gestärkt werden wie die Gesundheitswirtschaft und den Ausbau des Landes als Standort für erneuerbare Energien. Das sei der Unterschied zur CDU, die noch vor Jahresfrist auf ein Steinkohlekraftwerk gesetzt habe. Investitionen in erneuerbare Energien einzuwerben, das sei in MV Chefsache. "Dafür stehe ich", versprach der Ministerpräsident.

In Abgrenzung zur Linkspartei sagte der SPD-Landeschef: "Wir Sozialdemokraten richten unser Hauptaugenmark auf den ersten Arbeitsmarkt." Dazu gehöre der Grundsatz gleicher Lohn für gleiche Arbeit genauso wie der Kampf um einen Mindestlohn von 8,50 Euro. Erneut forderte der Ministerpräsident "mehr Respekt für die ostdeutschen Lebensleistungen" ein.

Wahlergebnisse der Landesvorsitzenden

  • Harald Ringstorff

1991   83,5 %
1993   93,4 %
1995   70,5 %
1997   76,1 %
1999   78,7 %
2001   60,9 %
  • Til Backhaus

2003   80,9 %
2005   92,5 %
  • Erwin Sellering

2007   78,49 %
2009   73,40 %
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