8000 Rostocker wollen Linden retten

Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) nimmt das Bürgerbegehren von den Grünen Ursula Karlowski und  Johann-Georg Jaeger  entgegen. chrw
Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) nimmt das Bürgerbegehren von den Grünen Ursula Karlowski und Johann-Georg Jaeger entgegen. chrw

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16. Juni 2010, 09:56 Uhr

Rostock | Das Bürgerbegehren für die 67 Kopflinden in der Warnemünder Mühlenstraße liegt seit gestern offiziell bei der Rostocker Bürgerschaft vor. 8134 gültige Unterschriften für den Erhalt der 130 Jahre alten Linden haben die Grünen nach eigenen Angaben gesammelt und gestern der Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) übergeben. "Darunter sind fast 1900 gültige Unterschriften aus dem Ortsamtsbereich Warnemünde", sagt Fraktionschef Johann-Georg Jaeger. Das enspreche mehr als einem Viertel der Wahlberechtigten in diesem Bereich - für Jaeger ein Beweis, dass der Erhalt der historischen Allee den Anwohnern eine Herzensangelegenheit sei.

Nötig für ein Bürgerbegehren waren 4000 Stimmen aus ganz Rostock. Insgesamt haben sich rund 9500 Menschen mit ihrer Unterschrift gegen eine Fällung der Bäume bei der Generalsanierung der Flaniermeile im Seebad ausgesprochen und widersprachen damit der entgegengesetzten Entscheidung der Bürgerschaft.

Nur rund 8100 aller Unterzeichner des Bürgerbegehrens sind nach Angaben der Grünen auch in der Hansestadt wahlberechtigt. "Die Stadtverwaltung wird jede einzelne Unterschrift nochmals überprüfen", erklärt Jens. Ist die Anzahl dann immernoch größer als 4000, wird das Begehren wieder an die Bürgerschaft gegeben. Sie entscheidet dann erneut über die Fällung. Geht der Beschluss abermals zugunsten einer Abholzung aus, werden alle Wahlberechtigten in Rostock bei einem Bürgerentscheid an die Urnen gebeten. "Das bedeutet dann allerdings Kosten zwischen 100 000 und 150 000 Euro", betont Jens. Für eine endgültige Entscheidung ist dabei zudem eine Wahlbeteiligung von mindestens 25 Prozent nötig. Doch einen richtigen Bürgerentscheid wollen auch die Inititatoren nicht um jeden Preis: "Wir hoffen auf die vermittelnde Kraft der Bürgerschaftspräsidentin", sagt Jaeger. Er forderte Jens auf, möglichst schnell Vertreter von Verwaltung, Politik und Ortsbeirat an einen Tisch zu holen. "Wenn dabei ein Kompromiss gefunden wird, kann die Bürgerschaft ihren ursprünglichen Beschluss zurücknehmen", sagt Jaeger.

Das Bürgerbegehren ist insgesamt das dritte in Rostock. Zuletzt beschäftigte die Hansestadt im April 2008 der Erhalt kommunalen Eigentums.

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