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Stadtjubiläum : 800 Jahre Rostock: Konzept fehlt

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Politiker fürchten überladenen Stadtgeburtstag 2018 und fordern Klarheit über die Gesamtkosten.

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erstellt am 28.Okt.2015 | 08:00 Uhr

2018 feiert Rostock seinen 800. Geburtstag. So viel steht fest. Nur über das Wie gibt es bislang noch Unklarheit. Ein Aspekt wird auf jeden Fall der 38. Internationale Hansetag sein, denn das wurde bereits 1996 so festgelegt. Damals bewarb sich Rostock um die Austragung des Events in seinem Jubiläumsjahr und bekam die Zusage. Die Tourismuszentrale und das Hanse Sail-Büro sind nun mit der Gestaltung des Festes beschäftigt. Es soll vom 21. bis 24. Juni 2018 stattfinden und somit genau mit dem Stadtgeburtstag abschließen.

Genau das sorgt nun aber für Verwirrung bei den Lokalpolitikern. Denn während Tourismus-Direktor Matthias Fromm und Hanse Sail-Chef Holger Bellgardt mit ihren Planungen schon fortgeschritten sind, liegt von Seiten der Stadtverwaltung noch kein umfassendes Konzept zu den Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr vor. „Aber wie sollen wir abstimmen, wenn uns der Überblick fehlt“, fragt Kathleen Arndt (Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09), Mitglied im Kulturausschuss. Ausschussvorsitzende Susan Schulz (Grüne) bekräftigt: „Es fehlt eine Gesamtschau der Aktivitäten zum Stadtjubiläum.“

Für die Organisation, Umsetzung und Auswertung des Hansetags, der laut Bellgardt etwa den Umfang einer Hanse Sail haben wird, beantragt die Tourismuszentrale 1,5 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt. Da die Organisatoren mit rund 600 000 Euro Einnahmen rechnen, würde diese Summe unterm Strich auf 900 000 Euro schrumpfen. Trotzdem: Für die Kommunalpolitiker ist das viel Geld, vor allem wenn sie noch nicht wissen, welche Ausgaben sonst noch im Zusammenhang mit dem Doppeljubiläum rund um 800 Jahre Rostock und 600 Jahre Universität in 2019 auf die Stadtkasse zukommen. Allein am direkten Stadtgeburtstag, dem 24. Juni 2018, sind laut Uwe Flachsmeyer (Grüne), Mitglied im Wirtschaftsausschuss, schon jetzt drei weitere Veranstaltungen geplant. „Den Hansetag kann man nicht als solitäres Ereignis organisieren, das funktioniert nicht“, sagt er. Auch er fordert zunächst ein Gesamtkonzept, das sämtliche Kosten beinhaltet. Andernfalls könne das Budget explodieren.

Zudem könnten sich die vielen Veranstaltungen gegenseitig Konkurrenz machen. Der MV-Tag beispielsweise, der voraussichtlich im Juni des Jubiläumsjahres in Rostock stattfinden soll, bietet in der Regel ein Programm, das dem des Hansetags in diesem Jahr in Viljandi in Estland sehr ähnlich ist. Ob dann beide Großereignisse in Rostock gut besucht sein werden, sei fraglich, so Helmut Schmidt (CDU) aus dem Wirtschaftsausschuss.

Zum Hansetag erwartet Organisator Bellgardt bis zu 500 000 Gäste – etwa so viele wie 2014 nach Lübeck reisten. In Rostock sollen sich 150 Hansestädte aus 16 Nationen auf dem Neuen Markt und die regionale Wirtschaft sich auf dem Uniplatz präsentieren. „Wir zielen vor allem auf wirtschaftliche Kontakte ab“, so Bellgardt. Darüber hinaus sollen hansetypische Schiffe im Stadthafen einlaufen, sieben thematische Märkte stattfinden und eventuell eine schwimmende Bühne installiert werden. „Wir haben die riesige Chance, ein international sichtbares Zeichen zu setzen“, so Bellgardt.

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