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Lokales

25. September 2017 | 19:08 Uhr

700 Jugendliche demonstrieren

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2010 | 08:35 Uhr

Rostock | Dass die Studienplätze an den Universitäten stark begrenzt sind, findet Vlada Griegorieva nicht in Ordnung. Damit künftig jeder die Möglichkeit auf Bildung hat, ist die 14-Jährige vom Innerstädtischen Gymnasium gestern mit etwa 700 weiteren Schülern und Studenten in Rostock zum bundesweiten Bildungsstreik auf die Straße gegangen.

Um in der Hansestadt ausreichend Gehör zu bekommen, versammelte sich das Bildungsnetzwerk am Nordausgang des Rostocker Hauptbahnhofs. Von dort marschierten es mit Sprechchören und Plakaten die August-Bebel-Straße entlang, vorbei am Schröderplatz in Richtung Stadthafen und von dort über die Grubenstraße und Lange Straße zu einer abschließenden Kundgebung am Universitätsplatz. "Nur so können wir etwas verändern", sagt Vlada, die außerdem für die Abschaffung der Kopfnoten ist. Die 14-Jährige möchte nach ihrem Schulabschluss studieren. Ob sie es sich leisten kann, weiß sie bisher nicht. Drohende Studiengebühren und verdienstabhängige Bestimmung zur Vergabe des Bafög-Geldes könnten es für die 14-Jährige unmöglich machen.

"Grundsätzlich sollte mehr Geld in Bildung investiert werden", sagt Mandy Kusmierczyk (22). Sie studiert an der Universität Rostock Politikwissenschaft und Neuere Geschichte. Von den Problemen der Studenten kann sie ein Lied singen. "Zu wenig Zeit bleibt für Nebenjobs, ehrenamtliche Tätigkeiten und die kreative Entfaltung", sagt sie. Aus diesem Grund ist Mandy eine von vielen, die ihre Ausbildung nicht in der Regelstudienzeit absolvieren wird. "Wir sind keine Maschinen, die unter hohem Leistungs- und Konkurrenzdruck stehend, die geforderten Erwartungen erzielen können", so die 22-Jährige. Ihrer Meinung nach müsse der Lehrplan umstrukturiert werden. Zudem seien mehr Lehrkräfte nötig. Die Ausgaben für Bildung und Forschung müssen bis zum Jahr 2015 auf mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht werden, so die Politikstudentin. Außerdem hält sie es für sinnvoll, alle Studien- und Verwaltungsgebühren abzuschaffen, damit jeder, auch sozial Schwache, die Möglichkeit auf eine qualifizierte Ausbildung hat. Die junge Frau begrüßt im Namen der Studentenschaft zwar, dass der Bafög-Betrag um zwei Prozent erhöht wurde, kritisiert jedoch, dass dieser immer noch vom Verdienst der Eltern abhängig sei. Auch Stipendienprogramme lehnt sie kategorisch ab, da somit nur einer Auswahl an jungen Menschen, also einer Elite, dieser Vorteil zugutekomme. "Wir fordern eine Breitenförderung", so die Rostockerin.

Bevor viele Schüler über ein Studium nachdenken können, haben sie noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. "Die Klassen sind viel zu groß", sagt Franziska Schmidt (17). Die Elftklässlerin am Gymnasium Reutershagen ist außerdem der Meinung, dass es an der derzeitigen Ausstattung an Lehrmaterialien viel zu bemängeln gibt. Dazu gehöre auch die Sanierung der Bildungseinrichtungen.

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