Festival "FiSH" bringt junge Regisseure und Produzenten nach MV : 68 Filme im Rostocker Stadthafen

Andrea Koester (l.) und Anne Thomschke stellen ihre Doku in Rostock vor. dapd
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Andrea Koester (l.) und Anne Thomschke stellen ihre Doku in Rostock vor. dapd

Junge deutsche Filmemacher präsentieren von heute an ihre neuen Produktionen beim Festival "FiSH" (Festival im Stadthafen) in Rostock. Zu der Veranstaltung werden bis Sonntag 60 Filmemacher und 5000 Besucher erwartet.

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12. Mai 2011, 07:19 Uhr

Rostock | Junge deutsche Filmemacher präsentieren von heute an ihre neuen Produktionen beim Festival "FiSH" (Festival im Stadthafen) in Rostock. Zu der Veranstaltung werden bis Sonntag 60 Filmemacher und etwa 5000 Besucher erwartet. Insgesamt laufen 68 Filme in verschiedenen Kategorien. Im größten Programmteil "Junger Film" werden die besten 29 Kurzfilme aus rekordverdächtigen 408 Einsendungen gezeigt, wie Juryleiter Matthias Spehr vom veranstaltenden Rostocker Institut für neue Medien mitteilte.

Eröffnet wird das Filmfestival heute mit der Vergabe des Medienkompetenzpreises durch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Die Auszeichnungen im Bundeswettbewerb "Junger Film" erfolgen am Sonntag. FiSH-Gastland ist in diesem Jahr Schweden. In der Kategorie "Seh Sterne" stellt das Festival 20 Filme aus und über Mecklenburg-Vorpommern vor. Darunter sind unter anderem die Werft-Dokumentation "Wadans Welt", der dritte Teil der mit einem Grimme-Preis prämierten Dokumentation "DDR ahoi!". Auch der Film "HIERgeb.LIEBEN" von zwei Wismarer Frauen, die ein Jahr in der Jugendszene der Stadt gedreht haben, ist dabei.

Der Weg in die Filmbranche stand für "HIERgeb.LIEBEN"-Macherin Anne Thomschke schon lange fest. Bereits in der achten Klasse drehte die heute 26-Jährige ihre ersten Filme. "Ich habe mir meine erste kleine Panasonic-Kamera für 862 Mark gekauft und meine ersten Werbefilme gedreht", erinnert sich die Wismarer Studentin. "HIERgeb.LIEBEN" hat sie gemeinsam mit Andrea Köster gedreht, mit ihrer eigenen Film- und Design-Firma "pot8o" (ausgesprochen wie das englische Wort für Kartoffel: potato). Ein Jahr lang begleiteten die Frauen und ein dritter Kommilitone, Jano Tenev, "schwierige, gestrauchelte Jugendliche" aus Wismar mit der Kamera. Gefilmt wurde bei regelmäßigen Treffen von Sozialarbeitern, Mitarbeitern sozialer Einrichtungen und den Jugendlichen. Die jungen Leute zeichneten ihre Geschichten und Erlebnisse auch selbst per Videokamera auf. " Ein tolles Erlebnis sei gewesen, dass alle Institutionen mitgemacht und die Tür für die Jugendlichen geöffnet hätten, sagt Köster.

Im Gegenzug hätten die 14- bis 26-Jährigen ein Jahr lang "durchgehalten". Rund 20 der insgesamt 50 jungen Leute seien regelmäßig zu den abgesprochenen Terminen gekommen, laut Köster "nichts Selbstverständliches. "Und auch nicht, dass sie uns überhaupt an sich rangelassen haben".

Herausgekommen ist ein Film über Freiheit, Heimat, Freundschaft, Gewalt und die Zukunft. "Viele erwarten einen Hammer und sind enttäuscht, dass sie dann im Film keine Stichwaffe sehen. Aber wir wollten eben keine plakative Geschichte machen", sagt Thomschke.

Der Film läuft heute, dem Eröffnungstag des FiSH, im Programmteil SehSterne. Er kann anschließend vom Publikum mit dem Filmteam diskutiert werden.

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