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Lokales

17. Dezember 2017 | 07:28 Uhr

55 Jahre über Wasser gehalten

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svz.de von
erstellt am 20.Mai.2010 | 05:20 Uhr

Perleberg | Am 1. April 1955 wurde die Sektion Kanu des Eisenbahnersportvereins "Lokomotive" Perleberg aus der Taufe gehoben. Die Lokomotive tourt inzwischen längst nicht mehr, die Kanuten allerdings haben jeglichen Untiefen getrotzt und sich über Wasser gehalten. Mehr noch, heute zählen sie 50 Mitglieder, berichtet Anne-Dore Sauer. Sie hat den sprichwörtlichen Hut auf im Verein.

Gemeinsam mit der Allgemeinen Sportgruppe sind die Kanuten die "Übriggebliebenen" des einst an die 300 Mitglieder zählenden Eisenbahnersportvereins. Bekannt war dieser vor allem durch seine Radballer, die in der DDR-Liga spielten. Auch die Perleberger Schwimmer schwammen in der oberen Liga mit. Ebenso beherrschten die Tischtennisspieler die grüne Platte und die Tabellen. In den Anfangsjahren sorgten zudem die Boxer für Furore, weiß Torsten Müller zu berichten. Er wacht heute über die Finanzen der Kanuten. Bis 2001 und damit 45 Jahre sorgte Herbert Iden dafür, dass die Kasse immer stimmte. Gemeinsam mit Fritz Schwarz, heute 91 Jahre alt und bis 2001 Vereinsvorsitzender, schipperte er die Perleberger Wassersportler durch die Stromschnellen der Wende und der Vereinsgründung. Die Kanuten von ehemals Post und Medizin schlossen sich ihnen an.

Begonnen hatte alles vor 55 Jahren mit einem Schuppen und einen Bootsplatz. Als die Mitgliederzahl stieg, musste Platz her. Das Grundstück in der Wittenberger Straße unterhalb des UT-Wehres wurde angemietet, drei Bootsschuppen errichtet, die Platz für 24 Boote bieten. Doch auch diese Plätze reichen längst nicht mehr aus, gesteht die Vereinsvorsitzende. Jetzt, da die Sonne wieder höher steigt, lockt natürlich die Stepenitz. Für Pfingsten steht wieder eine Drei-Tages-Tour auf dem Plan. Dieses Mal geht es nach Celle. "Übers Wasser werben wir praktisch für unsere Region", fügt Torsten Müller an. Ein fester Termin ist auch die jährliche Traditionstour. "Wir sind die einzigen, die oberhalb von Wolfshagen fahren dürfen. Das ist so im Naturschutzgesetz verankert", erläutert Anne-Dore Sauer.

Stichwort Naturschutz: Den führen die Kanuten der Rolandstadt nicht nur im Munde. "Die Stepenitz ist einer der saubersten Flüsse. Und das soll so bleiben", so der Vereinsfinanzer. Also wird nicht nur gepaddelt, sondern der Fluss auch von dem Unrat beräumt, der da an der Oberfläche treibt. Leere Flaschen, Reste von geselligen Kaffeetafeln, Rasenabfälle am Ufer, all das wird eingesammelt bzw. aus dem Wasser gefischt. Und das sind ziemliche Mengen, die da zusammenkommen. Dieser Tage nun war Arbeitseinsatz in eigener Sache angesagt. Der Bootssteg war in die Jahre gekommen und hatte diese noch schlechter überstanden, als gedacht. So musste ein komplett neuer gesetzt werden.

Eigentlich das ganze Jahr über pulsiert das Leben im Kanuverein, mal etwas intensiver, zum Winter etwas gemächlicher. "Da gehen wir kegeln oder treffen uns in gemütlicher Runde", erzählt die Vereinschefin. Das Wetter selbst spielt für die organisierten Freizeitpaddler eine zweitrangige Rolle. So wird alle Jahre wieder zu Silvester abgelegt. "Die spannende Frage ist stets: Können wir paddeln oder müssen wir übers Eis wandern?", so schmunzelnd Anne-Dore Sauer.

Wer mehr über die Kanuten des Eisenbahnersportvereins Perleberg erfahren will - unter ESV Perleberg wird man fündig.

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