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Lokales

12. Dezember 2017 | 11:31 Uhr

500 Jahre alte Madonna restauriert

vom

svz.de von
erstellt am 11.Mai.2010 | 09:03 Uhr

Kritzkow | Die vermutlich mehr als 500 Jahre alte Madonna von Kritzkow - eine so genannte Mondsichel-Madonna in Anspielung auf die Offenbarung des Johannes - ist in den vergangenen Wochen so weit restauriert worden, dass sie wieder einen würdigen Platz finden kann und soll. Am Pfingstmontag, wenn vor und nach dem Abendmalsgottesdienst auch Kirchgemeinderatswahl für den Bereich Kritzkow ist, wird die Madonna im Gotteshaus gezeigt.

Sie muss einmal prunkvoll gewesen sein, zum Teil versilbert. Fachleute sprechen von einer sehr feinen Arbeit. Es ist ein Flachrelief, das Maria mit dem Jesus-Kind auf dem Arm zeigt. Ulrich Palmer vermutet, dass es einmal den Mittelschrein des früheren Altars geschmückt haben könnte. "Maria wurde damals gern im Mittelfeld postiert", sagt der Pastor der Kirchgemeinde Hohen Sprenz-Kritzkow. Mit der Reformation endete die Marienverehrung. Viele Plastiken landeten in einer Kirchenecke oder verschwanden ganz. Spätestens mit der grundlegenden Sanierung um 1900 dürfte die Kritzkower Madonna im Archiv des Pfarrhauses eine mehr als 100-jährigen Dornröschenschlaf angetreten haben. Als das Pfarrhaus vor einigen Jahren verkauft und das Archiv geräumt wurde, entdeckte man die Madonna. Sie war sehr verschmutzt. Der Strahlenkranz und das Christuskind sind beschädigt, von der Farbfassung nur noch Spuren erhalten. "Ich bin über Jahre achtlos daran vorbei gegangen. Erst jetzt wurde deutlich, was für ein kostbares Stück wir haben", betont Palmer.

Dank der Unterstützung des Kunstgutfonds am Doberaner Münster konnte die Restaurierung in Angriff genommen werden. Zwei Drittel der Kosten (5000 Euro) übernahm der Fonds.

Nach Pfingsten, so Palmer, werde sie noch einmal verpackt, bis der rechte Platz für sie im Kritzkower Gotteshaus hergerichtet ist. Sie könnte zwischen den beiden Fenstern an der Südseite angebracht werden. Dennoch wird Kritzkow weiterhin eine evangelisch-lutherische Kirchgemeinde bleiben. "Die Plastik ist ein Zeugnis der Geschichte", so Palmer, das man respektiere. Wünschenswert wäre für ihn, dass im Sinne der Ökumene am Pfingstmontag ein katholischer Pfarrer in Kritzkow eine Gastpredigt halten könnte.

Erhofft hatte sich Pastor Palmer, dass mit der Restaurierung der Plastik auch die dringend notwendige Sanierung des Kritzkower Gotteshauses in Schwung kommt. Seit der Turm 1997 eine neue Kupferhaube erhalten hat, sei nichts mehr passiert. Neben der Außensanierung der Nordseite und der Sicherung des Jugendstilfensters hinter dem Altar sei eine umfassende Innensanierung notwendig. Zumindest könne jetzt mit der Planung begonnen werden, wann sie umgesetzt werden könne, sei noch völlig offen.

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