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Lokales

11. Dezember 2017 | 18:21 Uhr

4000 unterschreiben gegen das Affenhaus

vom

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2011 | 08:28 Uhr

Die Darwineumsgegner gehen zum Angriff über: Sie wollen den Bau des Menschenaffenhauses im Rostocker Zoo mit einem Bürgerbegehren stoppen. Die Initiative „Rettet den Barnstorfer Wald“ übergibt heute 4000 Unterschriften an Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU). „Der Wald soll Naherholungsgebiet bleiben“, sagt Mitinitiator Werner Garlipp. Die Bürgerschaft müsse ihren Beschluss zum Bau der Menschenaffenanlage zurücknehmen.

Die Rodungsarbeiten auf dem drei Hektar großen Gelände sind allerdings längst abgeschlossen. Das Bauprojekt läuft. Und ob das eingeleitete Bürgerbegehren rechtlich überhaupt zulässig ist, ist zurzeit auch noch völlig unklar. „Wir werden das Bürgerbegehren vorerst prüfen“, sagt Bürgerschaftspräsidentin Jens. „Ob es zulässig ist, hängt letztlich von der Fragestellung ab – also, was genau gefordert wird.“

Die Initiative „Rettet den Barnstorfer Wald“ will das Darwineum nicht komplett verhindern. Sie fordert aber, dass es auf dem alten Zoo-Gelände gebaut wird. Dafür würde sich nach Meinung der Initiatoren die Fläche eignen, auf der die Menschenaffen derzeit in Käfigen leben. Der Platz, auf dem sich das alte Ziegengehege befindet, komme ebenso in Frage. „Das würde beispielsweise kürzere Heizleitungen bedeuten und somit die Baukosten verringern“, sagt Garlipp.

Eine zusammenhängende Fläche von drei Hektar, die für das jetzt geplante Darwineum benötigt wird, gibt es auf dem Zoo-Gelände jedoch nicht.
Erstmals auf Gegenwehr stieß das Mammut-Projekt bei der Bevölkerung, als das Gelände im vergangenen Jahr für vorbereitende Arbeiten weiträumig eingezäunt wurde. Vor allem Sportler, Spaziergänger und Anwohner protestierten gegen den Bau des modernen Affenhauses. Sie störten sich daran, dass über hundert Jahre alte Buchen der Säge zum Opfer fielen und eine Laufstrecke durch den Wald unterbrochen wurde. Zoodirektor Udo Nagel machte sich bereits im Januar bei einem Gespräch mit den Betroffenen für einen Ersatzweg stark. Zudem lud Nagel Anwohner im März mehrfach zu Baufeldbegehungen ein.

Das Darwineum kostet insgesamt 27 Millionen Euro. 1,1 Millionen Euro brachten die Rostocker mit der mehrjährigen Spendenaktion „Schaffen für die Affen“ zusammen. Den Hauptanteil von 23 Millionen trägt die Europäische Union. Für weitere 2,9 Millionen Euro hat der Tierpark einen Kredit aufgenommen.

Neben Gorillas und Orang-Utans sollen bis zu 30 weitere Tierarten in das Darwineum einziehen, darunter Gibbons, Kattas, Faultiere und Landschildkröten. Zudem wird es eine Ausstellung zur Evolutionsgeschichte geben. Der erste Spatenstich ist für den Mai angesetzt, die Eröffnung soll schon im Frühjahr 2012 folgen.

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