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Lokales

21. September 2017 | 16:21 Uhr

350 Millionen Jahre Erdgeschichte

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2010 | 06:06 Uhr

Horst | Wenn Hans Groenewegen die Schubfächer aus dem eigens dafür angeschafften Schrank aufzieht, einzelne Stücke herausnimmt oder einsortiert, ist er in seinem Element. Die kleine Holzlaube im Horster Garten gehört ihm, hier ist er eins mit seinen Fossilien.

Seit 40 Jahren sammelt er die Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. "Als meine Frau noch meine Freundin war, packte mich die Leidenschaft", erzählt er lachend. Damals sahen sich beide Vitrinen mit fossilen Stücken im Museum im fränkischen Gößweinstein an. "Ich war davon so hellauf begeistert, bin an den nächsten Tagen spazieren gegangen und machte binnen fünf Minuten die erste Funde, zwei Ammoniten." Von da ab war Groenewegen nicht mehr zu halten, kaufte sich einen Meißel, war fortan immer auf der Suche.

Seine Sammelleidenschaft führte ihn nicht nur nach Süddeutschland, sondern auch England, Frankreich und Marokko. Mittlerweile zählt der Horster rund 10 000 Einzelstücke sein Eigen. Und hat auch seinen Sohn infiziert. "Wenn wir in einen Steinbruch fahren, dann sind wir stundenlang auf der Suche, egal ob die Sonne scheint, der Wind uns durchpustet oder es regnet", beschreibt der Horster. "Ich tauche dann ein in diese Welt, freue mich über jeden Fund, denn jedes Stück ist ein Unikat. Wenn man es als erster nach 130 Millionen Jahren in den Händen hält, dann ist das schon bewegend", beschreibt Groenewegen seine Motivation.

Und dann nimmt er rund 350 Millionen Jahre Erdgeschichte sozusagen in zwei Hände. Es sind Ammoniten (ausgestorbene marine Kopffüßer). Vor rund 400 Millionen Jahren im Ordovizium hatten sie eine gerade Form, später rollten sie sich wie eine Schnecke ein, um sich dann zu Beginn der Kreidezeit wieder zu entrollen. Einige entwickelten dabei die Spiralform eines Korkenziehers. Von allen drei Entwicklungsstufen hat Groenewegen Funde, die er nicht ohne Stolz präsentiert.

Und der Horster gibt sein Wissen auch sehr gern weiter. So sind vor allem Schüler- und Kindergartengruppen herzlich eingeladen, nach Horst zu kommen und in längst vergangene Zeiten einzutauchen,. Dabei muss es aber nicht beim bloßen Betrachten der Fossilien bleiben, die Mädchen und Jungen können sich auch selbst betätigen. "Ich habe drei Geräte hier, mit denen die Kinder selbst präparieren können", erklärt Groenewegen. Und das schönste, die Kinder können die selbst entsprechend hergerichteten Stücke dann auch mit nach Hause nehmen.

Wer daran Interesse hat, melde sich bitte in Horst bei Hans Groenewegen an, und zwar unter Tel. 038789/60420. "Sollte sich der Anrufbeantworter anstellen, weil ich gerade nicht zu Hause bin, einfach draufsprechen, ich melde mich garantiert."

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