zur Navigation springen
Lokales

19. September 2017 | 20:58 Uhr

320 Tonnen Stahl passgenau eingesetzt

vom

svz.de von
erstellt am 14.Mär.2011 | 07:29 Uhr

Wittenberge | Diesiges Wetter und Nieselregen: Was Schaulustige und Fotografen gestern Vormittag an der Baustelle der Stepenitz brücke gleichermaßen zum Schaudern bringt, lässt die Brückenbauer kalt. "So lange kein Wind herrscht ist das Wetter für uns überhaupt kein Problem", sagt Karsten Slodczyk, Bauleiter von Bilfinger und Berger.

"Die Brückenkonstruktion wiegt 270 Tonnen, einschließlich der Schalung für die Fahrbahn kommen wir auf rund 320 Tonnen, die wir Stück für Stück über die Stepenitz schieben", umreißt Slodzcyk die Tagesaufgabe. "Dafür sind zwei hydraulische Winden im Einsatz, die je 20 Tonnen Zugkraft entwickeln und die Brücke an Stahlseilen, die am Widerlager verankert sind, ziehen", erklärt der Bauleiter. Die Brücke selbst liege zum einen auf dem Transportwagen, mit dem sie am Samstag bis an die Kante bewegt wurde, und zum anderen auf einem Gleitlager auf.

Um 10.35 Uhr - die Brücke hängt inzwischen auf einer Länge von 28 Metern über der Stepenitz - strafft der Kranfahrer die Seile, die die Stahlbauer mit riesigen Schäkeln an der Stahlkonstruktion befestigt haben, und übernimmt damit den einen Teil der Last. "Der Kran kann aber nur die vertikale Last aufnehmen, er darf die Brücke nicht in Richtung Wittenberge ziehen", erklärt der Bauleiter.

Doch weiter geht es erst eine gute halbe Stunde später, denn das Kranteam muss rund 200 Tonnen an Ballastgewichten zulegen, damit das Ungetüm mit der Brücke am Haken nicht kippt. Von der Brücke aus dirigiert der Bauleiter den Kranführer und Monteure, die die Brücke mit Seilen von der Seite her führen und gegebenenfalls die Richtung korrigieren können. Gegen 13 Uhr ist es schließlich so weit, die Brücke schwebt über den Widerlagern auf der Wittenberger Seite, Lote werden angebracht, um sie genau auszurichten. Um 13.13 Uhr erschlaffen die Kranseile. Die Brücke sitzt und passt, deutlich früher als im Zeitplan vorgesehen.

"Der Einschub hat wunderbar geklappt", sagte Bauamtsleiter Hubert Mackel, der gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Oliver Hermann das Schauspiel von der Eisenbahnbrücke aus verfolgt hatte. "Jetzt ist das Ende der Bauarbeiten wirklich absehbar", so Mackel. Ab Ende Mai soll der Verkehr rollen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen