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Lokales

21. November 2017 | 15:07 Uhr

269 trotzen Harsch und Tiefschnee

vom

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2011 | 07:31 Uhr

Rostock | Siegfried Ebert musste gestern viele Hände schütteln, wurde liebevoll umarmt, erhielt hier und da einen anerkennenden Klaps auf die Schultern. Zum letzten Mal ging unter seiner Regie der von der Laufgruppe des ESV Lok Rostock organisierte Neujahrslauf über die Bühne. Der 76-Jährige gibt den Staffelstab an René Diederich weiter.

Es klang schon ein wenig Wehmut mit, als Ebert sagte: "32 Jahre hat es mir unheimlich Spaß gemacht, mich an die Spitze zu stellen. Jetzt ist es aber Zeit, der Jugend Platz zu machen."

Etwas salopp fügte er mit Blick auf das Alter an: "Ich möchte nicht unbedingt mit dem Rollstuhl hereingefahren werden."

Siegfried Ebert ist froh, mit dem 29-jährigen Diederich einen Nachfolger aus dem eigenen Verein gefunden zu haben: "Ich wünsche ihm viel Erfolg. Mögen meine erwachsen gewordenen Kinder, der Nikolaus- und der Silvester- bzw. Neujahrslauf, mindestens ihr 50. Jubiläum feiern. Es macht mich schon ein wenig Stolz, dass beide Jedermann-Lauf-Events heute noch existieren." René Diederich versprach: "Das wird auch so bleiben."

Natürlich fehlte neben der obligatorischen kurzen Ebertschen Ansprache auch das dreimalige "Sport frei" nicht, bevor sich der Tross der insgesamt 269 Teilnehmer am Kringelgraben auf die unterschiedlichen Strecken begab. Sogar sieben Wanderer hatten sich in die Startlisten eingeschrieben. Tanja Gebert aus der Südstadt, die bei einem sonnigen Spaziergang die Lauf- und Geh-lustigen bewunderte, fühlte sich für die 33. Auflage angestachelt: "Bei den verschiedensten Angeboten war auch für mich etwas dabei. Für 2012 habe ich einen Start fest im Blick."

Apropos: Auf schwierigem Geläuf -

eine verharschte und teilweise Tiefschnee-Strecke machte den Läufern doch ein wenig zu schaffen - waren in Sachen angebrachter Markierungen gute Augen gefragt. Der Schweriner Mathias Ahrenberg, der den langen Kanten über 20,2 Kilometer als "gefühlter" Erster beendete, meinte: "Das war eher ein Orientierungslauf." Nach Befragung stellte sich heraus, dass er einen Punkt nicht angelaufen, weil schlichtweg übersehen hatte.

So wurde Christian Nitschke vom TC FIKO Rostock Gewinner des Glaspokals. Aber auch er gestand kurz nach dem Zieleinlauf ein: "Ich weiß nicht, ob ich richtig gelaufen bin." Nach Frage- und Antwortspiel kam die Freude: "Alles richtig gemacht."

Das konnte sein Teamgefährte Tom Schlegel nicht von sich behaupten: "Ich bin in einer Sackgasse gelandet - Scheibenkleister." Tom war doch ein wenig verschnupft, zumal er bereits beim Nikolaus-Lauf gemeinsam mit den Brüdern Andreas und Michael Raelert durch einen Einweisefehler eine zusätzliche Runde drehen musste.

Die brauchte sich der gerade vierjährige Ole Biebig nicht anzutun. Während seine drei Jahre ältere Schwester allein die 3,2 km anging, nahm Opa den "Lütten" an die Hand: "Er wollte unbedingt mitmachen. Das soll man den Kindern auch nicht verwehren." Trotz kleiner Gehpausen - tolle Leistung, Ole!

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