zur Navigation springen
Lokales

17. Dezember 2017 | 11:01 Uhr

24-Stunden-Dienst kommt zurück

vom

svz.de von
erstellt am 27.Jun.2011 | 07:33 Uhr

Rostock | Die Männer und Frauen der Rostocker Berufsfeuerwehr sollen ab 1. August wieder im 24-Stunden-Dienst arbeiten. Das hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) jetzt angewiesen. Das Machtwort war gefallen, nachdem ein monatelanger Streit zwischen Dienststelle und Personalrat nicht beigelegt werden konnte. Während die Feuerwehrleute eine Rückkehr zum reinen 24-Stunden-Dienst im Dreischicht-System forderten, sprach sich die Amtsleitung immer wieder dagegen aus. Auch eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe konnte die Voraussetzungen für eine Dienstvereinbarung nicht schaffen und den Streit nicht schlichten. Eine wirtschaftliche und rechtliche Prüfung vom Amt für Management und Controlling sollte schließlich Klarheit bringen. Das Ergebnis: Der 24-Stunden-Dienst ist für das Rostocker Brandschutz- und Rettungsamt umsetzbar.

In einer ersten Reaktion auf die dienstliche Anordnung des Verwaltungschefs zeigt sich die Gewerkschaft Technik und Naturwissenschaft im Öffentlichen Dienst des Landes MV (BTB) erleichtert. Der Landesvorsitzende Udo Dannhauer bedankt sich unter anderem für die deutschlandweite Unterstützung von Berufsfeuerwehrleuten. Denn seit der Abschaffung des reinen 24-Stunden-Dienstes zum Oktober 2005 habe die Belegschaft beharrlich für dessen Wiedereinführung gekämpft.

Auch sein Stellvertreter, Steffen Sieratzki, ist froh über die Anweisung, die ab 1. August in Kraft treten soll. Der Rostocker Feuerwehrmann sieht Vorteile für beide Seiten: "Die Dienststelle muss jedem Beamten zwei Tage weniger Urlaub geben und die Kollegen profitieren, weil sie ihre Freizeit gebündelter haben", sagt er. Denn statt vier mal zwölf Stunden können die Männer und Frauen ihre Arbeit auch in 24 Stunden-Blöcken leisten. Insgesamt bleibt es bei einer Wochenarbeitszeit von 48 Stunden. "Für viele Kollegen lassen sich dadurch Familie und Beruf besser vereinbaren", sagt Sieratzki. Auch für ehrenamtliche Tätigkeiten bliebe dann wieder mehr Zeit. Ausgenommen von der 24-Stunden-Regelung sind allerdings die Mitarbeiter in der Leitstelle. Nach der geltenden Arbeitszeitverordnung dürfen sie nicht in dieser Art von Schichtsystem arbeiten.

Dass die Verhandlungen zwischen Dienststelle und Personalrat scheitern würden, war absehbar, denn schon der erste Termin für eine einvernehmliche Einigung konnte nicht gehalten werden. Bis Ende Mai, so hatte die Bürgerschaft im Januar dieses Jahres beschlossen, sollte in der Arbeitsgruppe eine unterschriftsreife Dienstvereinbarung entworfen werden. Unter der Führung des Senators für Finanzen, Verwaltung und Ordnung, Georg Scholze (CDU), hatten sich daraufhin Feuerwehrleute und Vertreter der Verwaltung an einem Tisch gesetzt. Als bis Mitte Mai noch keine Ergebnisse vorlagen und die Prüfung durch das Amt für Management und Controlling noch ausstand, verlängerte die Bürgerschaft die Frist bis Ende August. "Diese Frist wurde nicht ausgeschöpft, weil feststand, dass dass eine Dienstvereinbarung nicht zustande kommt", sagte Rathaus-Sprecher Ulrich Kunze gestern.

Eine Weisung, wie sie der Oberbürgermeister jetzt ausgesprochen hat, ist nach dem geltenden Beamtenrecht eine bindende Anordnung des Vorgesetzen. Die Beamten können ihre Bedenken an der Rechtmäßigkeit erheben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen