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Lokales

12. Dezember 2017 | 03:43 Uhr

23 080 Hausnummern erschlossen

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erstellt am 26.Apr.2011 | 07:26 Uhr

Rostock | Die rund 15 Rostocker Mitglieder des Projekts "Open Street Map" haben es geschafft: Sie erfassten in den vergangenen eineinhalb Jahren sämtliche Hausnummern in der Hansestadt und kamen dabei auf 23 080 Einträge. Rostock ist damit die erste deutsche Großstadt, die von den Mitgliedern des Projekts mit sämtlichen Hausnummern erfasst wurde. Das bestätigte auch das Kataster-, Vermessungs- und Liegenschaftsamt in Rostock. Die Aufschlüsselung der einzelnen Hausnummern ermöglicht es unter anderem, exakte Anfahrtsbeschreibungen bei der Navigation zu erstellen, die kostenlos sind.

Matthias Meißer ist seit rund drei Jahren Mitglied von "Open Street Map". Der Informatik-Student begann damals, die Hausnummern in der Südstadt aufzunehmen und sie digital als Geodaten verfügbar zu machen. Diese Arbeit konnte er sich teilweise als ein Universitätsprojekt anrechnen lassen. "Open Street Map" verfolgt das Ziel, eine freie Weltkarte zu erschaffen, dessen Daten jeder lizenzkostenfrei einsetzen und beliebig weiterverarbeiten darf.

Mit GPS-Gerät bewaffnet

Im Jahr 2004 lief dieses Projekt an, das seinen Ursprung in Großbritannien hat. Weltweit sammeln mehr als 350 000 so genannte "Mapper" Daten über Straßen, Eisenbahnwege, Flüsse, Wälder, Häuser und alles andere, was auf Karten verzeichnet werden kann.

Meißer ist "Mapper" in Rostock und erklärt, welchen Hintergrund seine Arbeit hat: "Geoinformationen sind heutzutage selten frei erhältlich, wir Mapper möchten dem entgegenwirken und eine freie Geodatenbank erstellen, die weltweit allen Menschen zur Verfügung steht." Im Vergleich zu Karten von Google und anderen Anbietern im Internet, die zwar auch kostenlos, aber nicht frei nutzbar sind, bietet "Open Street Map" auch "rohe" Geodaten an. Die Nutzer haben dadurch den Vorteil, die Daten, wie sie es möchten, nutzen zu können.

Die "Mapper" in Rostock bekamen zu Beginn ihrer Arbeit eine Karte zur Verfügung gestellt, in der sämtliche Gebäudeumrisse der Hansestadt eingezeichnet waren. Sogar geplante Baustellen konnten die "Mapper" so erfassen. Das verbesserte die Ausgangslage der Rostocker "Mapper" gegenüber denen in anderen Großstädten. "Die Erfassung im Feld erfolgt vorrangig durch das Beschriften der ausgedruckten Karte. "Ich habe einige Stunden draußen verbracht, um durch Stadtteile zu laufen und die Karten auszufüllen", so Meißer.

In anderen Städten mussten die "Mapper" zunächst Gebäudeumrisse manuell in Karten eintragen, dessen Umrisse sie von Luftbildern übernahmen. In Dortmund gibt es viel mehr "Mapper" als in Rostock, trotzdem konnten dort bisher nur 76 Prozent aller Hausnummern verortet werden. In Augsburg sind es gerade mal 32 Prozent. Am aufwändigsten sei laut Meißer die Eingabe der Daten am heimischen PC. Um diese Zeit ein wenig lustiger zu gestalten, gibt es so genannte "Mapper Weekends" oder "Mapper-Partys". Dabei treffen sich mehrere Mitglieder des Projekts, um in der Gruppe Daten zu erheben und sie zu Hause einzugeben.

Die Mitglieder des Projekts gehen mit einem GPS-Gerät durch die Straßen und nehmen Daten auf. Doch nicht nur Hausnummern lassen sich auf der Homepage von "Open Street Map" heraussuchen. Auch Parks, Sitzbänke oder Stromleitungen sind dort verzeichnet. "Im Internet entsteht ein immer genaueres Bild der jeweiligen Städte", sagt Meißer. Unter den Rostocker "Mappern" ist sogar ein kleiner Wettbewerb entbrannt: Jeder versucht seinen Stadtteil am detailliertesten ins Internet zu bringen und am schönsten zu gestalten. Nutzbar seien die Daten am Ende vor allem in der touristischen Branche. Besucher können sich so ein genaues Bild ihres Urlaubsziels machen, noch bevor sie da sind. Im Unterschied zu "Google Street View" sind die Karten bei "Open Street Map" viel individueller und werden regelmäßig durch die Nutzer aktualisiert.


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