20 Jahre die Geschicke Sternbergs im Blick

Die Sanierung des Marktplatzes war für Bürgermeister Jochen Quandt im Vorjahr ein  Höhepunkt der Stadtsanierung. Sabine Uhlig
Die Sanierung des Marktplatzes war für Bürgermeister Jochen Quandt im Vorjahr ein Höhepunkt der Stadtsanierung. Sabine Uhlig

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05. Juni 2010, 01:57 Uhr

Sternberg | An seinem allerersten Arbeitstag als Sternberger Bürgermeister begegnete Jochen Quandt am 1. Juni 1990 auf einer Tagung der Kieler Wohnungsbaugesellschaft genau jenes Thema, das sein Wirken in Sternberg die darauf folgenden 20 Jahre nachhaltig bestimmen sollte: die Stadtsanierung. Nicht nur deshalb kann sich der heute 59-Jährige so genau an jenen ersten Tag erinnern. "Ich habe die Ohren gespitzt und wusste, das mit der Stadtsanierung und der Städtebauförderung schwappt auch zu uns in den Osten". Inzwischen ist der gelernte Diplom-Mathematiker der dienstälteste hauptamtliche Bürgermeister im Landkreis Parchim. Und ein erfolgreicher Stadtsanierer.

In dieser Woche musste Jochen Quandt anlässlich seines 20-jährigen Wirkens für die Stadt Sternberg Jahre viele Hände schütteln: von seinen Mitarbeitern im Rathaus, dem Hauptausschuss, von den Stadtvertretern und Bürgermeistern im Amtsbereich. Bescheiden winkt er ob der vielen lobenden Worten, die fielen, ab: Alles sei niemals das Verdienst eines Einzelnen. Nur durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadtvertretung, den Bürgern, Betrieben und Vereinen und nicht zuletzt mit den Amtskollegen in der Region, sei etwas zu bewirken gewesen, betont er.

Zumindest im Bereich der Stadtsanierung ist dieses "etwas" gar nicht so klein, wird sogar in der Landesregierung als "Sternberger Modell" gehandelt. Gemeint ist das Wirken der Immobiliengesellschaft. Durch die Sternberg Immobilien GmbH & Co. KG wurden seit 2004 in der Stadt 17 Häuser mit 41 Wohnungen voll saniert, eine Teilsanierung durchgeführt und drei Lücken mit neuen, im Baustil angepassten Häusern gefüllt. Dabei wurde insgesamt ein Bauvolumen von 6,1 Millionen Euro verbaut und in diesem Zeitraum für 81 Bauhandwerker eine Beschäftigung garantiert. Die Sanierung des Marktplatzes war für Jochen Quandt ein jüngster Höhepunkt bei der Stadtsanierung. "Solange die Städtebaufördermittel reichen, wollen wir hier auch nicht nachlassen. Im Gegenteil. Mein größter Wunsch ist es, das Eckhaus Luckower Straße 13 zu erwerben und ebenfalls zu sanieren, solange es finanziell noch möglich ist. Es wäre der I-Punkt im Ensemble dieser Straße. Hier läuft mir die Zeit ein wenig weg", meinte Jochen Quandt, der noch bis 2012 gewählt ist.

Neben der Stadtsanierung ist Jochen Quandt stolz auf die 1992 getroffene Entscheidung, eigene Stadtwerke zu schaffen. Den Bürgern komme diese Entscheidung seither mit geringen (im Vergleich zu den Nachbarn) und gleichbleibenden Gebühren zugute. Auch dass die Seniorenbetreuung vor Ort gehalten und das Gewerbegebiet nicht nur gebaut, sondern mit produzierenden Betrieben gefüllt werden konnte, macht den Kommunalpolitiker stolz. "Ich habe bisher keine Entscheidung bereut. Man muss natürlich jede Entscheidung unter dem Blickwinkel der Zeit, der Rahmenbedingungen und des jeweiligen Kenntnisstandes sehen." Gut wäre es. wenn man in die Zukunft sehen könnte, meinte er. Dann wären ihm garantiert die unschönen Erfahrungen in den 90er-Jahren mit den betrügerischen Investoren für den früheren Holzbau und das Bekleidungswerk erspart geblieben. Umso mehr freue es ihn, dass mit EcoMotion eine Neuansiedlung auf dem Gelände gelungen ist. Immerhin seien das 50 neue Arbeitsplätze. "Und das leidige Geruchsproblem wird gewiss in absehbarer Zeit ebenfalls abgestellt", ist Quandt optimistisch. Wichtig sei ihm vor allem, so viele Arbeits- und Ausbildungsplätze wie möglich vor Ort zu sichern.

Die demographische Entwicklung mache um Sternberg keinen Bogen. Darum müsse man sich in der Stadt jetzt auf den Rückbau von Geschosswohnungen einstellen. "Wir werden leider nicht mehr!", bedauert er. Mit Wucht getroffen habe Sternberg die Haushaltskonsolidierung. D. h . man müsse nun "intelligente Sparlösungen" finden, beispielsweise durch verstärktes ehrenamtliches Engagement der Bürger. Als Beispiele nannte er den Bereich Wasserwacht und das Heimatmuseum.

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