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Pläne für Neubau der Landesstraße Wadehäng - Dobbin funktionieren nicht : "18 Monate Vollsperrung unzumutbar"

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Das Straßenbauamt plant beim Neubau der Landesstraße zwischen Wadehäng und Dobbin/Groß Bäbelin eine Vollsperrung. Dauer: 18 Monate. Gemeindevertreter sind fassungslos.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2011 | 06:33 Uhr

Dobbin/Linstow | Wie eine Bombe schlug die Information von Bürgermeister Wilfried Baldermann (CDU) in der Gemeinde Dobbin-Linstow ein, dass das Straßenbauamt Güstrow-Klueß beim Neubau der Landesstraße zwischen der Brücke Wadehäng und der Einmündung Dobbin/Groß Bäbelin eine Vollsperrung plant. Dauer: 18 Monate. Diese lange Zeit und überhaupt an so etwas nur zu denken, geschweige es zu realisieren, bringt Gemeindevertreter auf die Palme. Doch für den Bau laufen schon die Planungen. Beginn der grundhaften Sanierung soll 2013 sein.

Wilfried Baldermann: "Als ich das hörte, bin ich fast vom Stuhl gefallen." Bei dem Gespräch im Straßenbauamt hatte Baldermann aber auch das Gefühl, als ob das Amt nicht mit sich handeln lasse. Der Bürgermeister informierte, dass auch der Landkreis sein Unverständnis geäußert habe und mindestens eine Variante fordere, mit der die Straße in zwei Abschnitten ausgebaut wird. Vorstellbar wäre ein erster Bauabschnitt von der Brücke Wadehäng bis zum Abzweig Neu Dobbin. Baldermann weiter: "Jetzt muss es darum gehen, Ärger, Aufwand und Sorgen für Einwohner, Firmen und Touristen so gering wie möglich zu halten."

Gerrit Ritter (Die Linke) ist über den Vorschlag einer so langen Vollsperrung fassungslos: "Das ist unzumutbar." Er verlangt, dass Amt und Gemeinde in der Planungsphase aktiv werden, um das zu verhindern.

Heiko Bömert (Freie Wähler) schlägt in die gleiche Kerbe. Dass eine Landesstraße, die erneuert werde, solange und ganz gesperrt werde, habe er überhaupt noch nicht gehört, kritisiert er. Auch er verlangt, dass Amt und Gemeinde handeln und "Ballett machen", damit eine andere Lösung gefunden wird. Heiko Bömert fragt: "Wie sollen da zum Beispiel die Holzmanufaktur Weidhofer in Möllen oder Bauern mit ihren Transporten klar kommen?" Er behauptet: "Das geht nicht." Um sarkastisch anzufügen: "Dann muss am Wadehäng, wenn die Brücke gebaut wird, eine Fähre eingerichtet werden."

René Kainert (CDU) erinnert daran, dass es noch gar nicht so lange her ist, welche Folgen die lange Sperrung der B 103 wegen des Brückenbaus in Kölln hatte. Die Umleitungen seien unzumutbar gewesen. Kainert: "Das war doch das beste Beispiel, wie es nicht funktioniert." Außerdem seien auf der Umleitungsstrecke Straßen kaputt gemacht worden.

Ronald Normann, Dezernent des Straßenbaumtes Güstrow, erklärte gestern auf SVZ-Nachfrage: "Ich kann das das alles noch nicht bestätigen. Wir sind in der Planfeststellung. Aber ich denke, wer etwas vom Straßenbau versteht, wird erkennen müssen, dass es hier vermutlich ohne eine Vollsperrung nicht gehen wird." Normann nennt als Gründe die links und rechts der Straße liegenden Vogelschutz- und FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiete, den Brückenbau und die teilweise nicht verdichteten sieben tiefen Torfschichten auf dem Straßenabschnitt, auf dem die vielen Versackungen zu sehen sind. Eine Umgehungsstraße, die nötig wäre, würde höchstwahrscheinlich auch unbezahlbar werden und sei aus Naturschutzgründen nicht zu bauen. Normann vermutet weiter, dass im Verfahren vom Naturschutz noch weitere Auflagen kommen, zum Beispiel wegen der Brutzeiten von Vögeln. Daher könne auch noch gar nichts über die Länge der Bauzeit gesagt werden, ob es ein Jahr sein wird oder ob es 18 Monate sein werden. Eines weiß Normann allerdings: "Die Gemeinden wollten diese Straße und sie wird auf diesen drei Kilometern mit einem Radweg sechs Millionen Euro kosten."

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