17 Strolche und ein "Moppi"

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15. Dezember 2010, 09:20 Uhr

Nauen | Hündin Etana, ein Rhodesian-Ridgeback, spielt in der Familie Wegemann in Nauen (Havelland) im Moment nur noch die zweite Geige. Die Hauptrollen haben ihre 17 Welpen übernommen. Der Rekordwurf hält Ramona Wegemann seit dem 28. September in Atem. Innerhalb von 26 Stunden warf Etana ein Baby nach dem anderen. "Am Ende waren es 17", sagt die 32-jährige Tierpsychologin. Ursprünglich wollte sie ihre zweijährige Hündin nur decken lassen, um für sie etwas Gesellschaft zu haben. Die Überraschung war dann perfekt.

Solche Mehrlingsgeburten bei Hunden sind nicht so häufig. Im Oktober waren bei einer Züchterfamilie in Mecklenburg-Vorpommern von einem Irish Setter 18 Welpen geboren worden. Es war der erste Wurf der Hündin. Für Etana bleibt es die erste und letzte Geburt. Die Afrikanische Löwenhündin - einst zum Aufpüren der Raubtiere eingesetzt und heute eher ein Schutz- und Familienhund - wird in Kürze sterilisiert.

Bei den Rhodesian-Ridgebacks sind in der Regel etwa acht bis zehn Welpen in einem Wurf normal. Ramona Wegemann kann gar nicht genug die Leistungen der Mama loben. Über den Vater - einen Rüden aus Stendal in Sachsen-Anhalt, verliert sie kaum ein Wort. "Er hat seine Arbeit getan. Für seine Nachkommen interessiert er sich nicht. Vatergefühle hat er nicht", sagt sie kurz und bündig.

Die kleine Hundebande beschäftigt das Paar Wegemann nun 24 Stunden am Tag. "Alle mussten mit der Flasche groß gezogen werden", erzählt die 32-Jährige. Mittlerweile fressen die elf Wochen alten Welpen fast normal. Im richtigen Leben haben sie alle mit dem Buchstaben B beginnende afrikanische Namen: Der Letztgeborene heißt Biton, die kleinste, die als Nummer 13 zur Welt kam, Bahati.

Dem Beobachter des wuseligen Treibens - da werden Stuhl- oder Tischbeine angeknappert, Stiefel hin- und hergefetzt oder an der Tapete gekratzt - fällt es schwer, die Truppe auseinanderzuhalten. Besitzerin Wegemann kennt ihre Rasselbande. Jeder sieht anders aus, hat ein unverwechselbares Wesen: der kleine Prinz, die Schüchterne, der Raufbold oder das Zierpüppchen. Der eine hat mehr Falten im Gesicht, die andere besondere Streifen auf dem Rücken oder es gibt ein weißes Felllätzchen auf der Brust.

Ramona Wegemann muss sich bald von ihren "Babys" verabschieden. Die ersten drei sind schon fest versprochen. Für die anderen hofft sie auf Familien, die sich auf den "Lebenspartner" Hund einlassen. Welcher der 17 Mädchen und Jungen im Haushalt bleiben wird, ist noch unklar. Vielleicht Bahati, die einst schwächste, an deren Überleben niemand geglaubt hatte. Noch ist die muntere Truppe beieinander: spätestens beim Ruf "Moppi" stoppt alles und hört auf Frauchens Kommando. Dann gibt es Fressen.

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