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Lokales

17. November 2017 | 18:48 Uhr

16000 gegen Atomtransporte

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erstellt am 24.Okt.2010 | 05:16 Uhr

Greifswald/Rostock | Atomkraftgegner haben am Sonnabend in Greifswald und Rostock gegen die bevorstehenden Castor-Transporte nach Lubmin protestiert. Unter dem Motto "Wir bringen Euch den Müll vorbei" haben Aktivisten in Greifswald gelbe Metallfässer mit dem Radioaktivitäts-Warnschild vom Bahnhof durch die Stadt gerollt. Etwa 30 Demonstranten beteiligten sich daran, wie Heinz Wittmer von der Anti-Atom-Initiative sagte.

Die Initiative und die Umweltorganisation Greenpeace machten auf einer Kundgebung und mit einem Informationsstand auf die Gefahren aufmerksam, die von der Atomkraft, den Castor-Transporten per Bahn und dem befürchteten atomaren Endlager in Lubmin ausgehen. Am Nachmittag demonstrierten in Rostock Atomkraftgegner auf Fahrrädern entlang der Bahnstrecke nach Gelbensande, auf der die Castoren aus Karlsruhe transportiert werden könnten.

Die Streckenführung stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin des Rostocker Anti-Atom-Netzwerks. Nach ihren Angaben beteiligten sich rund 50 Radfahrer, zumeist Studenten und ältere Menschen. In Greifswald startete ebenfalls eine Fahrrad-Demo. Mehr als 100 Atomgegner radelten nach Diedrichshagen südlich von Greifswald, wo das Bahngleis nach Lubmin entlang führt. Etwa 130 Atomgegner trafen sich dort zu einer Kundgebung.

Kurz vor Weihnachten soll nach Angaben der Energiewerke Nord (EWN) in Lubmin der erste von zwei genehmigten Transporten mit hoch radioaktivem Abfall ins Zwischenlager Nord rollen. Die Katastrophenpläne für den Fall eines Unfalls sind nach Ansicht der Anti-Atom-Initiative unzureichend.

Die Atomkraftgegner wehren sich zudem dagegen, dass das Zwischenlager Lubmin ein Endlager wird. "Weil niemand weiß, wohin mit dem atomaren Müll", wie Wittmer sagte. Die Halle in Lubmin sei überdimensioniert, die Atomgegner befürchten, dass darin Platz für die Lagerung von noch viel mehr Castoren geschaffen werden könne.

Das 1999 in Betrieb genommene Zwischenlager war ursprünglich nur für ostdeutschen Atommüll gedacht. Den Weg für die Einlagerung radioaktiven Mülls aus westdeutschen Forschungseinrichtungen hatte nach Angaben der EWN im Jahr 2004 die rot-grüne Bundesregierung politisch freigemacht. Der im Dezember erwartete Transport umfasse vier Castorbehälter.

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