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Clemens Böttcher aus Brüel : 16-Jähriger komponiert Begleitsätze

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Noch hallen die Orgelklänge aus dem „Phantom der Oper" in den Ohren, die Clemens Böttcher übungshalber auf der Orgel in der Brüeler Stadtkirche spielte.

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erstellt am 11.Nov.2011 | 12:24 Uhr

Noch hallen die Orgelklänge aus dem "Phantom der Oper" in den Ohren, die Clemens Böttcher übungshalber auf der Orgel in der Brüeler Stadtkirche spielte.

Der 16-Jährige interpretierte in einer eigenen Variation das Musical, das zu seinen Lieblingsmusiken gehört. Überhaupt schreibt der Schüler Begleitmusiken zu Liedern, die er in der Schule lernt. Dazu begleitet er sich selbst am Klavier, wie zu "Heute hier und morgen dort", "Dat du min Levsten büst" oder er schreibt Noten für andere Musikstücke, die ihm gefallen.

"Ich habe Spaß daran, Noten zu schreiben und sie vorzuspielen. Vorwiegend sind es einfache Melodien, wo ich die Begleitung und die Stimmen dazu schreibe. Dabei kann jedes Lied in jeder Tonart gespielt werden", so der Schüler.

Seine Liebe zur Musik entdeckte er, als er in der dritten Klasse das Akkordeon spielen lernte. Fünf Jahre quetschte und zog er den Balg der Ziehharmonika und erlernte autodidaktisch das Keyboard. Hierzu nutzte er Kenntnisse aus dem Schul-Musikunterricht. Vor drei Jahren hat Clemens zu Weihnachten ein einfaches Keyboard geschenkt bekommen. Ebenso lässt er seine Finger über die Tastatur einer Hammondorgel und eines E-Pianos gleiten. Eine Gitarre hat er sich inzwischen auch zugelegt und bringt sich das Zupfen auf dem Saiteninstrument selber bei.

"Ich wollte immer mehr, größere und umfangreichere Musiken spielen, darum die Instrumentenvielfalt. Klavierbegleitung in -zig Varianten zu spielen, ist eine technische Herausforderung, das macht die Musik aus", findet Clemens Böttcher.

Gerne hört der Schüler Musicals, die er sich auf DVDs ansieht und anhört. So wie das "Phantom der Oper", wo er die Interpretation für Orgel in F-Dur schrieb. Seit einem Jahr lernt Clemens nun in der Brüeler Kirche auch das Orgel spielen bei Kantor Eberhard Kienast aus Wismar.

"Bei der Konfirmantenvorbereitung hatte mich die Pastorin gefragt, ob ich die Orgel spielen lernen möchte. Seitdem habe ich Gefallen daran gefunden", erzählt er. Die Tastatur ist ähnlich wie beim Klavier, dazu kommen die Register und die Pedale für die Füße. "Ein Ton auf der Orgeltastatur klingt so lange, wie die Taste gedrückt wird. Je mehr Register gezogen werden, desto vollständiger ist die Klanggewalt und umso lauter klingt es", fügt Kantor Kienast an.

So ist es nicht verwunderlich, dass das Lieblingsmusikinstrument des jungen Musikusses die Orgel ist. Sie ist nicht nur klanggewaltig, sondern kann Töne imitieren, die sich anhören, als würden sie von anderen Instrumenten erzeugt, wie von Klavier oder Flöte.

Im Winter wird es wieder kalt an den Fingern sein. Aber der junge Musiker will sich auch bei Minusgraden nicht davon abhalten lassen, einmal wöchentlich zu den Orgelproben zu erscheinen.

Und Clemens verrät noch, dass er für "Ode an die Freude", das eventuell demnächst in der Schule auf dem Liedkontrollplan steht, eine Begleitmusik in

D-Dur schreiben möchte. Zwar will der 16-Jährige die Musik nicht zum Beruf machen, treu bleiben will er ihr aber doch.

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