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Lokales

15. Dezember 2017 | 15:18 Uhr

14 Knöllchen zur Goldenen Hochzeit

vom

svz.de von
erstellt am 17.Sep.2010 | 05:56 Uhr

Jürgenshagen | Wut und Empörung am Rande einer Goldenen Hochzeit in Jürgenshagen. Das Ehepaar Schwarz aus Bützow hatte am Donnerstagnachmittag 75 Gäste in den Lindenkrug eingeladen, um das Jubiläum zu feiern. Kaum saßen die Gäste und stießen lachend auf das Ehepaar an, kam die böse Überraschung: Hinter mindestens 14 Windschutzscheiben steckten Knöllchen - wegen Parkens auf unbefestigten Randstreifen. Fast alle Gäste reisten mit dem Auto an und stellten es am Straßenrand beziehungsweise auf der Grünfläche vor dem Gemeindezentrum ab. "Das ist eine Frechheit", monierten die Betroffenen am Donnerstagabend einhellig. Zumal keine Schilder auf Halte- oder Parkverbot hinweisen. Sie hätten sich gewünscht, dass die Beamten angesichts einer Goldenen Hochzeit Gnade hätten walten lassen können.

Besonders erschüttert ist Gastwirtin Renate Dose. "Das ist in 37 Jahren noch kein einziges Mal passiert", erzählt sie. Schon immer empfahl sie den Gästen sich abseits, ohne den Straßenverkehr zu behindern, zu stellen. Die Gaststätte "Zum Lindenkrug" befindet sich direkt an der Hauptstraße. Offizielle Parkplätze gibt es zwar gegenüber, aber es reicht mal gerade eben für drei Gäste. Weitere Parkmöglichkeiten befinden sich hundert Meter weiter. Das wäre für Ältere kaum zuzumuten. Revierleiter Norbert Niessen konnte gestern die Wogen vor Ort glätten und einige Vorwürfe entkräften. So seien die Polizeibeamtem keineswegs von wütenden Bürgern gerufen worden. Sie seien wegen einem anderen Fall in Jürgenshagen gewesen und auf "das wilde Parken" - so die Beamten, aufmerksam geworden. Fakt ist: "Meinen Mitarbeitern ist nichts vorzuwerfen, die Straßenverkehrsordnung muss eingehalten werden", sagt der Polizeichef. Es geht vor allem um das Parken auf Grünflächen, Paragraf 12 der StVO, dessen sich die meisten Gäste schuldig gemacht haben. So steht es auf den Knöllchen, die ihm vorliegen. "Einige standen auch im Kreuzungsbereich und auf den Gehwegen." Liegt es im Ermessen der Beamten oder geht es um die strikte Einhaltung der Straßenverkehrsordnung - diese Frage musste sich Niessen gestern stellen. Mit Bürgermeisterin Elfriede Schmidt entschieden sich alle Beteiligten zu einem Kompromiss: "Wenn die Bürgermeisterin den Grünstreifen beim Gemeindezentrum als Parkfläche freigibt, dann toleriere ich das", so Niessen, "Das werde ich auch unter meinen Kollegen so kommunizieren." Renate Dose, die gestern wieder eine Goldene Hochzeit ausrichtete, entschied sich noch am Donnerstag, die Knöllchen ihrer Gäste zu bezahlen. Sind pro Strafzettel zwischen fünf und zehn Euro. "Ich sehe meinen Ruf geschädigt, mir bleiben doch sonst die Gäste aus", befürchtet sie. Niessen warte nun die Fotos ab, die die Beamten bei der Kontrolle gemacht haben. Dann wolle er entscheiden, was mit den Strafzetteln passiert.

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