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Schulhofaktion in Westmecklenburg : 1000 Kondome für Schüler

vom

In Westmecklenburg hat die Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Aufklärung mit dem Verteilen von "Safer-Sex-Packs" begonnen. Sie enthalten neben Kondomen alle wichtigen Informationen zu übertragbaren Infektionen.

svz.de von
erstellt am 29.Nov.2013 | 10:44 Uhr

In Westmecklenburg hat die Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit und Aufklärung (AIDS-Hilfe) mit dem Verteilen von "Safer-Sex-Packs" begonnen. Sie enthalten neben Kondomen alle wichtigen Informationen zu HIV/Aids und zu sexuell übertragbaren Infektionen, zu denen beispielsweise auch Tripper oder Syphilis zählen.

Mit ihrer Schulhofaktion möchte die Beratungsstelle mit Jugendlichen ins Gespräch kommen und sie wachrütteln. "Gerade junge Menschen nehmen das Thema nicht für voll. Immer wieder höre ich: ,Mich kann so etwas nicht treffen’", sagt Sebastian Witt von der Beratungsstelle. Er war gestern im Gadebuscher Gymnasium und verteilte dort Infomaterial und rund 150 Fragebögen für ein Wissensquiz. Die Gewinner können 100 Euro für ihre Klassenkasse gewinnen. Die Auslosung erfolgt am 9. Dezember.

Das Risiko einer HIV-Infektion wird auch heute noch gefährlich unterschätzt. Das belegen Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Demnach gab es in MV einen Anstieg der Neuinfektionen von 25 im Jahre 2011 auf 60 im Jahr 2012. Nach Schätzungen des Instituts lebten Ende vergangenen Jahres rund 78 000 HIV-Infizierte in Deutschland.

"Die meisten Betroffenen verheimlichen eine Infizierung aus Angst vor Diskriminierung, dem Verlust des Arbeitsplatzes und der sozialen Isolation", verdeutlicht Sebastian Witt. Erschreckend sei, dass in Deutschland schätzungsweise 14 000 Menschen leben, die nicht wüssten, dass sie HIV-infiziert seien.

Aktuell begleitet die Aids-Hilfe 38 Menschen mit einer HIV-Infektion oder Aids in Westmecklenburg. Die Begleitung umfasst u. a. eine psychosoziale Betreuung, Gespräche, Haus- und Krankenhausbesuche, Hilfe bei Ämtern, Stiftungen, in der Wohnung und bei der Arbeitssuche.

Dass Hilfe notwendig ist, schildern Betroffene gegenüber der Aids-Hilfe immer wieder. Für viele von ihnen, ist die Diagnose HIV ein Schock, wie der 32-jährige Kevin (Name geändert/Anm.d.Red.) schildert. "Ich fühlte mich plötzlich richtig alleine. Freunde und Kollegen distanzierten sich aus Angst ich könnte sie infizieren. Ich wusste nicht mehr, wohin ich gehen könnte und auf wen ich mich verlassen kann."

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