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Filmlocation MV bewirbt Schwerin als Top-Standort : 100 Drehorte vom Schloss bis zur Platte

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Seitdem der "Polizeiruf 110" aus Schwerin eingestellt wurde, ist es still geworden um die Landeshauptstadt als Drehort. Das versucht die Filmlocation MV - ein Teil der Filmland gGmbH - in diesem Sommer zu ändern.

Schwerin | Seitdem der "Polizeiruf 110" aus Schwerin mit Uwe Steimle in der Hauptrolle eingestellt wurde, ist es sehr still geworden um die Landeshauptstadt als Drehort. Das versucht die Filmlocation MV - ein Teil der Filmland gGmbH - in diesem Sommer zu ändern. Für drei Monate ist Schwerin "Top Location" und wird von dem professionellen Team rund um Projektleiterin Antje Naß gesondert beworben. Dabei taucht gleich ein prominenter Filmschaffender als Pate auf: Karsten Laske sagt "Ja" zu Schwerin und will hier bald Teile seiner Tragikomödie "Im Schatten meines Bruders" drehen. Der Film spielt in der NS-Zeit und erzählt die Geschichte einer Familie, deren toter Sohn von den Nazis zum Helden der Bewegung stilisiert wird. Das Drehbuch basiert auf einer wahren Geschichte. Karsten Laske erhielt schon 2010 den Deutschen Drehbuchpreis für dieses Werk.

Laske wurde 1965 geboren, absolvierte ein Schauspielstudium an der Hochschule "Ernst Busch" in Berlin und war vier Jahre als Schauspieler am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin engagiert, bevor er die Seiten wechselte und hinter die Bühne bzw. hinter die Kamera ging. Seit 1998 ist er freischaffender Autor und Regisseur und lebt in Berlin. Bereits 2005 erhielt er den Grimme-Preis für seine vierteilige TV-Serie "Damals in der DDR".

In Schwerin hat Karsten Laske ein besonderes Auge auf den Alten Friedhof geworfen. Rund um die Trauerhalle wird "Im Schatten meines Bruders" beginnen - mit der Beerdigungsszene. Aber auch historische Straßen und Plätze aus der Landeshauptstadt werden zu sehen sein - allerdings als Berlin in den 30ern.

"Schwerin ist ein guter Drehort", sagt Karsten Laske. Die Stadt punkte mit kurzen Wegen, schnellen Verwaltungsabläufen, "unverbrauchten kleinstädtischen" Drehplätzen" und Menschen, die nicht schnell genervt sind, weil schon wieder ein Filmteam ihren Durchgangsweg abschneidet und "Ruhe" ruft. In den vergangenen Jahren hat es die Filmemacher trotzdem eher an die Ostsee oder in den ländlichen Raum gezogen. Kino-Hits wie "Hände weg von Mississippi", "Zwölf Meter ohne Kopf" oder "Das weiße Band" wurden in MV gedreht, viel diskutierte TV-Mehrteiler wie "Die Flucht", "Der Untergang der Gustloff" oder "Die Grenze" entstanden dort - Schwerin blieb außen vor. Dabei gibt es in der Landeshauptstadt Drehorte fast für jeden Geschmack. Mehr als 100 Plätze bietet die Filmlocation MV allein im Internet an. Von A wie "Alte Brauerei" oder "Alte Gleisbrücke" bis Z wie "Zippendorfer Strand". Darunter gibt es die klassischen Postkartenmotive Schloss und Pfaffenteichtreppe, nicht ganz so bekannte Kleinodien wie eine Holzbrücke in Neumühle oder die Koppel in Mueß, aber auch DDR-Klassiker wie Fernsehturm und Plattenbaugebiet bis hin zu Bunkern und Industriebrachen. "Die romantischen Plätze sind dabei meist für Vorabendserien reserviert", so Antje Naß.

Dass Film nicht nur Kultur und Stadt-Werbung ist, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor, darauf wiesen sowohl Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow als auch Filmland-Geschäftsführer Torsten Jahn bei der Präsentation der Top Location gestern hin. Vor allem die städtischen Dienstleister profitierten von großen Filmteams vor Ort.

Den nächsten Film- und Star-Rummel gibt es in Schwerin übrigens schon am Freitag. In der Reihe "Großes Kino - gedreht in MV" wird um 21 Uhr im Schleswig-Holstein-Haus "Das Blaue vom Himmel" mit Hannelore Elsner und Juliane Köhler gezeigt. Ein Filmgespräch mit Rahmenprogramm ist geplant, ob Hannelore Elsner kommen wird, stand bis gestern noch nicht fest. Der Abend ist gleichzeitig die Eröffnungsveranstaltung von "Filmkunstfest MV on Tour 2011".


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erstellt am 27.Jun.2011 | 06:48 Uhr

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