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Lokales

21. November 2017 | 03:42 Uhr

1,6 Millionen Euro für Polizei-Hangar

vom

svz.de von
erstellt am 23.Jun.2010 | 07:08 Uhr

Laage | Sie überwachen Hansa-Spiele aus der Luft, suchen mit Wärmebildkameras nach vermissten Menschen, übernehmen Transportflüge. Und wenn die Leitzentrale EC-135 anfunkt, sind die Piloten der Polizei-Hubschrauberstaffel seit gestern noch viel schneller in der Luft als bisher. Der Grund: Die Beiden Maschinen vom Typ Eurocopter sind vom Bundeswehr-Shelter auf den Flughafen Rostock-Laage in ihren eigenen Hangar umgezogen. "Der befindet sich direkt an der Rollbahn", sagt Staffelleiter und Erster Polizeihauptkommissar Hans-Jürgen Klingbeil.

Damit geht ein zwölfjähriges Provisorium als Untermieter beim 73. Jagdgeschwader Gustav-Steinhoff zu Ende. 1,6 Millionen Euro investierte das Land in den neuen, eigenen Standort der insgesamt 18 Einsatzkräfte. Der Dienstkomplex war einst ein Abfertigungsterminal für die Passagiere des Flughafen Rostock-Laage. "Er wurde zu einem modernen und zweckmäßigen Gebäude verwandelt", sagt Ulrich Koppenhagen, Direktor der Wasserschutzpolizei Mecklenburg-Vorpommern. Auf 1442 Quadratmetern bietet der Komplex Platz für einen geräumigen Hangar, in dem die beiden Maschinen untergestellt werden können. Weiterhin gibt es Büro- und Aufenthaltsräume. "In einer Avionik-Werkstatt können wir kleine Schäden selbst reparieren", sagt Staffelleiter Klingbeil. In Ruheräumen entspannen sich die Piloten, die auf Bereitschaft sind. In mehreren Lagern ist Platz für Ausrüstung, technische Messgeräte und Wasserschutzbekleidung. Der Kontrollraum bietet dem Diensthabenden einen Blick auf den Flugplatz. Videos und Bilder werden in einem speziell dafür ausgestatteten Zimmer bearbeitet und Verletzte können in einem Erste-Hilfe-Raum vorläufig versorgt werden.

Die Sanierungsarbeiten hatten 2008 unter Aufsicht des Betriebs für Bau und Liegenschaften begonnen. Während der Bauzeit gab es einige Schwierigkeiten, so dass die Übergabe an die Dienststelle mehrmals verzögert wurde. "Die Heizung und Klimaanlage sollte eigentlich unter die Decke, allerdings war das statisch nicht möglich", sagt Klingbeil. So wurden die Anlagen an den Wänden angebracht. Vor dem Hangar steht den zwei mit Wärmebildkamera und Nachtsichtgerät ausgestatteten Helikoptern eine Flugplatzfläche von 1625 Quadratmetern zur Verfügung und auf dem Hinterhof gibt es einen Parkplatz auf 6000 Quadratmetern.

Im Winter tropfte Wasser von der Decke

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) nahm den Hangar gestern bei einer Festveranstaltung in Betrieb. Außerdem statteten Vertreter der Landes- und Bundespolizei, der Bundeswehr, von Marine und Hubschrauberstaffeln aus anderen Bundesländern dem neuen Hangar einen Besuch ab. Mit dabei waren natürlich auch Soldaten des 73. Jagdgeschwaders, bei dem die Polizeistaffel bisher untergebracht war. Ein bisschen wehmütig sind Klingbeil und seine Kollegen schon, wenn sie an den Shelter, die so genannte Tropfsteinhöhle zurückdenken. Die Arbeit im beengten Provisorium sei trotzdem schön gewesen: "Im Winter tropfte Wasser von der Dachschräge. Aber wir waren umgeben von Ruhe und Natur", so Klingbeil.

Die Hubschrauberstafel der Landespolizei wurde 1998gegründet. "Es gab damals die Wahl zwischen einer Hubschrauber- oder Pferdestaffel", sagt Innenminister Caffier. Die Entscheidung sei wegen des vorhandenen Flughafens nicht schwer gefallen.

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