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"Goldener Windbeutel" Wer wirbt am dreistesten? Diese fünf Produkte stehen zur Auswahl

Von Maximilian Matthies | 07.11.2018, 07:59 Uhr

Foodwatch verleiht den "Goldenen Windbeutel" für den dreistesten Werbeslogan des Jahres. Es gibt fünf Kandidaten.

Über diese Auszeichnung können sich die "Geehrten" nicht freuen: Die Verbraucherorganisation Foodwatch vergibt zum achten Mal in Folge den "Goldenen Windbeutel" für den dreistesten Werbeslogan. In die Endauswahl haben es fünf Produkte geschafft. Eine Vorstellungsrunde.

"Smartwater"

Mit 1,65 Euro kommt das "Glacéau Smartwater" von Coca Cola etwa bis zu sieben Mal teurer als herkömmliches Mineralwasser daher – den hohen Preis zahlen Verbraucher wohl aber umsonst. Laut Foodwatch verbirgt sich hinter dem beworbenen "Dampf-destillierten" Wasser ein simpler Trick. So würde das Wasser zuerst verdampft und dann wieder aufgefangen. Dabei verloren gegangene Mineralstoffe würden später künstlich wieder hinzugefügt. Foodwatch bezeichnet diesen Vorgang als "ernährungsphysiologisch völlig unnütz".

Oliven-Bratöl

Im "Bratöl Olive" der Bio-Marke Dennree ist laut Foodwatch nicht wirklich das enthalten, was es verspricht. Es bestünde zur Hälfte aus weniger hochwertigem Sonnenblumenöl. Über die Beschwerde-Plattform www.schummelmelder.de waren mehr als hundert Produkte eingereicht worden, von denen Verbraucher getäuscht worden sein sollen. Das "Bratöl Olive" suggerierte laut einer Verbraucherin, "dass es sich ausschließlich um Olivenöl handelt. Leider enthält es aber nur 51% Olivenöl.“

Erbseneintopf

"Garantiert ohne: geschmacksverstärkende Zusatzstoffe und Farbstoffe" – so bewirbt die Edeka-Marke "Gut und Günstig" einen Erbseneintopf aus der Dose. Die Zutatenliste auf der Rückseite spricht allerdings ganz andere Bände. Dort sind laut Foodwatch im Kleingedruckten insgesamt zehn Zusatzstoffe aufgelistet. Von "garantiert ohne" kann hier also keine Rede sein.

Heinz-Ketchup

Als dreiste Verbrauchertäuschung sieht Foodwatch auch die Ketchup-Variante "Kids" von Heinz an. Damit würden "Eltern abgezockt". So koste eine Flasche Kids-Ketchup bis zu 40 Prozent mehr als das Pendant für Erwachsene, dabei sei der Inhalt aber exakt derselbe. Auch weisen die Verbraucherschützer darauf hin, dass laut Weltgesundheitsorganisation gezuckerte Ketchups überhaupt nicht für Kinder beworben werden sollten.

Müsli-Riegel

Als gesunde Zwischenmahlzeit bewirbt Hersteller Schwartau seinen Corny-Müsliriegel auf der Verpackung. Dabei ist der Snack laut Foodwatch alles andere als gesund, sondern bestehe zur Hälfte aus Zucker und Fett.

Foodwatch will mit der Auszeichnung "Goldener Windbeutel", die Hersteller dazu bringen ihre Produkte "ehrlich und leicht verständlich zu kennzeichnen". Die Verbraucherorganisation sieht auch die Politik in der Pflicht, die für "klare gesetzliche Kennzeichnungsvorgaben" sorgen müsse.

Verbraucher können noch bis Anfang Dezember auf der Webseite www.foodwatch.org aus den fünf Kandidaten ihren Favoriten für den Schmähpreis auswählen. Im letzten Jahr erhielt den "Goldenen Windbeutel" ein überzuckerter Kinderkeks von Alete.

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