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Schülerpraktikum Was ist wichtig?!

Von Redaktion svz.de | 02.03.2015, 17:18 Uhr

Von A wie Arbeitszeit bis Z wie Zeugnis ist in Deutschland alles geregelt

Schüler der Mittel- und Oberstufen bekommen häufig noch vor den Winterferien die Aufgabe, sich um ein Schülerpraktikum zu bewerben. Während sie dafür die inhaltliche Unterstützung der Schule erhalten, sind viele zusätzliche Fragen häufig nicht ausreichend geklärt. Hier die wichtigsten Fakten.

ArbeitszeitenDie Arbeitszeiten sind im Jugendarbeitsschutzgesetz (§ 8 JArbSchG) geregelt. Danach darf die tägliche Arbeitszeit acht Stunden, in der Woche 40 Stunden nicht überschreiten. Schüler unter 15 Jahren dürfen maximal sieben Stunden pro Tag und insgesamt nur 35 Stunden pro Woche beschäftigt werden. Schüler ab 15 Jahren dürfen maximal acht Stunden pro Tag oder 8,5 Stunden bei entsprechendem Ausgleich an anderen Wochentagen und insgesamt nur 40 Stunden pro Woche im Praktikum arbeiten.

PausePausen von minimal 30 Minuten bei vier bis sechs Stunden Arbeitszeit und 60 Minuten bei mehr als 6 Stunden sind vorgeschrieben. Ohne Pause darf höchstens vier ½ Stunden durchgearbeitet werden.

AusnahmenVon der Arbeitszeitbeschränkung sind die Bereiche wie Gastronomie, Bau und Landwirtschaft ausgenommen: Doch auch hier dürfen jeweils 11 Stunden täglich nicht überschritten werden. Verboten ist die Beschäftigung zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Und nur, wenn der Schüler älter als 16 Jahre ist, darf er wie folgt eingesetzt werden: Bis 22 Uhr in Restaurants; ab 5 Uhr in Bäckereien; ab 5 oder bis 21 Uhr in der Landwirtschaft.

WochenendarbeitMachen Schüler ihr Praktikum in einem Krankenhaus, Altenheim, einer Gaststätte, in der Landwirtschaft oder beim ärztlichen Notdienst, dürfen sie ausnahmsweise auch samstags und sonntags arbeiten.

BetriebswahlSchüler sollten nur in Firmen ein Praktikum beginnen, bei denen sie keine gefährlichen Arbeiten verrichten müssen. Ohnehin verboten sind gefährliche Tätigkeiten, welche die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit eines Schülers übersteigen.

Zudem sind auch Arbeiten mit hohem Unfallrisiko verboten.

ArbeitsvertragVorgeschrieben ist ein Arbeitsvertrag nicht und wird auch nur selten aufgesetzt.

LehrerbesuchMeist in der zweiten Woche besucht der Klassenlehrer den Jugendlichen am Praktikumsplatz. Im Gespräch mit einem Mitarbeiter erkundigt er sich über die Arbeitsleistung des Praktikanten.

VergütungGenerell wird ein Schülerpraktikant nicht bezahlt. Aber es liegt im Ermessen des Arbeitgebers, ob es am Ende eine kleine Anerkennung gibt, zum Beispiel ein Geschenk.

VersichertDa die Betriebspraktika eine schulische Pflichtveranstaltung sind, ist jeder Schüler außerhalb der Schule versichert, wenn ihm beispielsweise im Betrieb oder auf dem Arbeitsweg ein Unfall passiert. Aber Achtung! Abstecher zum Schnellimbiss oder Café fallen nicht unter den Versicherungsschutz.

HaftpflichtDamit der Schüler abgesichert ist, falls er im Betrieb einen Schaden verursacht, schließt die Schule eine Haftpflichtversicherung ab. Die Eltern sind verpflichtet, die Kosten für die Versicherungsprämie zu tragen.

VorschriftenVor Antritt eines Betriebspraktikums müssen die Jugendlichen darauf hingewiesen werden, welche Sicherheitsvorschriften im Betrieb einzuhalten sind. Missachtet ein Betriebspraktikant zum Beispiel das strikte Rauchverbot und löst dadurch einen Brand aus, handelt er grob fahrlässig. Die Die Haftpflichtversicherung kommt für den Schaden nicht auf. Der Praktikant haftet persönlich für den Schaden.

ZeugnisEigentlich sollte der Betrieb ein so genanntes Praktikumszeugnis ausstellen, indem Tätigkeit, Lern- und Arbeitsbereitschaft, Verhalten, Teamfähigkeit und Dauer des Praktikums beschrieben werden. Doch in der Praxis verlassen sich die Betriebe meist darauf, dass der besuchende Lehrer von ihnen quasi ein mündliches Zeugnis für den Praktikanten bekommen hat. In jedem Fall gilt: Es gibt keine Benotung wie in der Schule.