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Autotest Mazda CX-5: Konsequent verfeinert

Von Jürgen Muhl | 03.06.2017, 16:00 Uhr

Mazda erneuert seinen Bestseller CX-5 in allen Belangen – auch im Design – und investiert überraschend weiter in die Dieseltechnik.

Größer, schöner, kräftiger, teurer. Der Boom auf dem Geländewagen-Sektor hält unvermindert an. Von wegen Sparsamkeit. Von wegen Zurückhaltung. Von wegen E-Mobilität. Der SUV bestimmt den automobilen Markt zu großen Teilen.

Mit seinem neuen CX-5 greift Mazda die großen deutschen Hersteller an. BMW, Mercedes, Porsche aufgepasst – der CX-5 hat enorme Qualität und überzeugt neben technischen Fertigkeiten mit einem flotten Design. Die Japaner machen auf europäisch. Was dem CX-5 ausgesprochen gut tut. Ein Geländewagen mit sportlichen Zügen, der in der Frontpartie – dreidimensional ausgeformt und in mehrere schwebende Elemente geteilt – dem Jaguar F-Pace ganz nah kommt. Das mag Absicht sein, verkauft sich der F-Pace doch sehr gut.

Für den in diesen Tagen auf den Markt kommenden CX-5 stehen die Sterne gut. Rund 1700 Vorbestellungen stehen bereits in den Büchern, bis Ende des Jahres rechnet Mazda mit 20  000 verkauften Neuwagen. Zu Recht, denn der neue CX-5 überzeugt in den wichtigen Details. Wozu auch die Preisgestaltung gehört. Mit einem Einstiegspreis von nicht ganz 25  000 Euro gehört dieses Modell im Preis-Leistungs-Verhältnis zu den Spitzenreitern im positiven Sinn. Das Auto ist sein Geld wert. So viel steht schon fest.

Das Heck wird erst richtig interessant, wenn man die Klappe öffnet. Dort kommt erstmals in dieser Baureihe eine automatisch öffnende Tür zum Einsatz. Die Ladekante ist mit 72 Zentimetern für ein SUV dieser Klasse erfreulich niedrig. Hinter der Klappe kann ein Kofferraum-Volumen von 506 Litern genutzt werden, nach Umlegen der rückwärtigen Lehnen ist das Gepäckabteil bis auf 1620 Liter erweiterbar. Zwei Golfbags passen rein. Nebeneinander. Erstaunlich.

Viel Mühe verwendet Mazda darauf, den Anspruch glaubhaft zu machen, der Mensch stehe im Mittelpunkt aller Optimierungsbestrebungen seiner Fahrzeuge. Gern wird das Bild der „Einheit von Ross und Reiter“ zitiert, um ergonomische und bedienerfreundliche Lösungen zu präsentieren. Die verbesserte Platzierung der Pedale, eine Anhebung der Mittelkonsole um 40 Millimeter, die Angleichung der Höhen von Armlehnen – all dies spricht für eine ausgewogene Sitzposition und entspanntes Fahren. Minuspunkte gibt es allerdings für die Sitzqualität im Fonds. Da gibt es Nachbesserungsbedarf bei Mazda. Zu hart, zu unbequem. Zu wenig Verstellmöglichkeiten.

Hin und wieder sind es Kleinigkeiten, die große Wirkungen entfalten: Die Scheibenwischer wurden einige Millimeter tiefer angebracht, so dass sie nun unter der Kante der Motorhaube verschwinden und keine zusätzlichen Geräusche mehr produzieren.

Am Rande der CX-5-Präsentation überraschte Mazda mit einer Information: Die Japaner denken gar nicht daran – wie andere Hersteller, die Entwicklung der Dieseltechnik zu vernachlässigen. Im Gegenteil: Mazda setzt weiter den Diesel. Sogar in den USA. Ein mutiger Schritt.