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20. November 2017 | 13:01 Uhr

Zwischen Ehrung und Tagesgeschäft

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jul.2011 | 07:27 Uhr

Waren/Grumsin/ | Die Buchenwälder Grumsin in Brandenburg und Serrahn im mecklenburgischen Müritzkreis tragen seit zwei Wochen den Titel Weltnaturerbe. Es wird allerdings noch eine Weile dauern, bis das Zeichen der Unesco die Wälder erobert hat.

"So eine Auszeichnung ist wirklich etwas Tolles, aber im Tagesgeschäft nicht immer das Wichtigste", erklärt Ulrich Meßner, Leiter des Müritz-Nationalparkamtes, zu dem der Serrahner Buchenwald gehört. Die Schilder mit dem Logo der Unesco werden deshalb voraussichtlich erst nach dem Jahresende die Wege des Buchenwaldes zieren.

Vorher müssten sich die sieben Partner aus Deutschland, der Ukraine und der Slowakei, die im Weltkulturerbe Buchenwälder angehören, auf einen gemeinsamen Werbeauftritt einigen, so Meßner. Nach der guten Zusammenarbeit im Vorfeld der Auszeichnung, erwartet er dabei jedoch keine Probleme. Überhaupt sieht er den durch die Unesco-Nominierung entstehenden Arbeits- und Kostenaufwand als relativ überschaubar an: Hinter große Teile der langen Aufgabenliste, die Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) Anfang der Woche für die neu ernannten Weltkulturerbe-Stätten herausgab (die Schweriner Volkszeitung berichtete), setzt er für den Serrahner Buchenwald einen Haken.

"Große Besucherzahlen sind wir gewöhnt und unsere Infrastruktur ist bereits ausgereift", sagt Meßner. Auch bei der Öffentlichkeitsarbeit sieht er keinen Handlungsbedarf, sie werde wie bisher weitergeführt.

Lediglich in die neue Familie der Unesco müsse man sich erst einmal einfinden, so Meßner. Denn da kenne man die Vorgaben und Anforderungen noch nicht genau.

Mehr Arbeit liegt dagegen vor den Kollegen des Biosphären Reservates Schorfheide-Chorin, zu dem der ausgezeichnete Grumsiner Buchenwald gehört. Hier fehlt es noch an Parkplätzen und Toilettenhäuschen sowie ausgeschilderten Wegen, um Touristen über das Weltkulturerbe zu informieren und Wanderungen zu ermöglichen. Außerdem soll eine Ausstellung über den Buchenwald eingerichtet werden.

400 000 Euro seien deshalb beim Land beantragt worden, so Hartmut Kretschmer, der Leiter des Biosphärenreservates. "Wir rechnen uns gute Chancen aus, dass der Antrag durchkommt." Im Brandenburger Umweltministerium stehe das Ansinnen auf Platz 1 der beantragten Projekte. Das sei freudige Botschaft, findet Hartmut Kretschmar. Einen genauen Zeitplan dafür, wie das Unesco-Siegel in den Wald gebracht wird, gibt es allerdings noch nicht.

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