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13. Dezember 2017 | 02:50 Uhr

Splitter : Zwischen Beruf, Ehrenamt und Heavy Metal

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

von
erstellt am 02.Mai.2016 | 11:40 Uhr

Als Henry Barczewski 1999 das erste Mal als Gemeindevertreter gewählt wurde, war er Mitte 20. Inzwischen ist er 41 und verheiratet, hat zwei Kinder (12 und 8 Jahre), erhielt drei Mal erneut das Vertrauen – und ist auch in der jetzigen Gemeindevertretung der Jüngste. Er wolle gern dazu beitragen, „alles miteinander am Laufen zu halten“, sagt er.

Barczewski stammt aus dem Ortsteil Ruchow, wo auch die Eltern und der Bruder wohnen. Er betreibt einen Ein-Mann-Betrieb, der „um den Kirchturm herum“ vor allem Renovierung und Umbau erledigt. Er habe damit „gut zu tun“, bei vielen Privatleuten, aber auch in der Öffentlichkeit, wie die Holzarbeiten am Dorfplatz in Ruchow, beim Umbau des Mustiner Gemeindehauses oder die Brücke auf dem Wanderweg um den Mustiner See.

„Henry ist einer, der schlecht nein sagen kann“, weiß Bürgermeister Berthold Löbel. Manchmal werde es wirklich ein bisschen viel, räumt der 41-Jährige ein, aber seine Frau stehe ihm voll zur Seite und sorge für die Freiräume.Gemeinsam gehen sie dann an manchem Wochenende einer großen Leidenschaft nach: Heavy Metal. „Wir fahren seit Jahren mit Freunden zu Festivals, natürlich ohne Kinder.“ Diese Musik gehe in viele Richtungen, Henry Barczewski steht auf Black und Death Metal, „tiefe Stimmen und Gegröle“. Das sei bestimmt nicht jedermanns Sache, aber „schön zum Austoben“, sagt er schmunzelnd. Für Touren mit der Harley, auch die Frau fährt selbst, bleibe leider zu wenig Zeit. Stattdessen ging es am vergangenen Wochenende zum Indoor-Festival am Weißenhäuser Strand – natürlich Heavy Metal.

Ein Schmuckstück in der Ruchower Kirche – die restaurierte Richborn-Orgel.
Ein Schmuckstück in der Ruchower Kirche – die restaurierte Richborn-Orgel. Foto: Roswitha Spöhr
 

Älteste Orgel Mecklenburgs steht in Ruchow

Mit einem Schlag wurde das kleine Dorf Ruchow weit bekannt: Friedrich Drese, Sachverständiger im Kirchenkreis Mecklenburg und Leiter des Orgelmuseums Malchow, hatte 2013 festgestellt, dass das im Jahr 1684 in der Werkstatt von Jochim Richborn in Hamburg erbaute Positiv die älteste Orgel in Mecklenburg ist. Für Fachkreise eine Sensation, zumal es weltweit nur noch drei Exemplare geben und das in Ruchow am besten erhalten sein soll. An Letzterem dürfte es jetzt keine Zweifel mehr geben, denn das historische Instrument wurde innerhalb eines Jahres in der Dresdner Firma Jehmlich vollständig restauriert. Anfang November 2015 fand die Einspielprobe in Ruchow statt und ließ die Herzen der Beteiligten höher schlagen. Der Förderverein „Historische Orgel zu Ruchow“ hatte Spenden gesammelt, denn das Geld von Bund, Land und Kirche hätte für die 240 000 Euro teure Restaurierung nicht ausgereicht.

Das Richborn-Positiv, das nun im Altarraum steht, war auf der Empore von einer Schmidt-Orgel aus dem Jahr 1796 umbaut worden. Diese wurde für das volle Klangerlebnis in dem Gotteshaus in die Hände der Orgelbauwerkstatt Reinalt J. Klein in Lübeck zur Restaurierung gegeben.

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