Zwei Picasso-Gemälde in der Schweiz gestohlen

'Verre et Pichet' (Glas und Karaffe) aus dem Jahr 1944. Foto: dpa
1 von 3
"Verre et Pichet" (Glas und Karaffe) aus dem Jahr 1944. Foto: dpa

von
08. Februar 2008, 08:04 Uhr

Pfäffikon/Hannover (dpa) - Zwei Gemälde von Pablo Picasso - beides Leihgaben aus Hannover - sind aus einer Schweizer Ausstellung gestohlen worden. Der Wert der Bilder, die dem Sprengel Museum gehören, belaufe sich auf mehr als drei Millionen Euro, teilte die Stadt Hannover am Donnerstag mit. Die unbekannten Diebe sind nach Angaben der Kantonspolizei am Mittwoch auf bisher nicht restlos geklärte Weise in das Seedamm Kulturzentrum in Pfäffikon (Kanton Schwyz) gelangt. Als sie das Gebäude gegen 19.00 Uhr verließen, lösten sie Alarm aus. Kurze Zeit später wurde das Fehlen der Bilder „Tête de cheval“ (1962, Pferdekopf) und „Verre et pichet“ (1944, Glas und Karaffe) aus der aktuellen Picasso-Ausstellung bemerkt.

Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma alarmierten daraufhin die Polizei. Jedoch verlief die sofort eingeleitete Fahndung nach den Tätern zunächst ohne Erfolg. Der Polizei zufolge will das Sprengel Museum für Hinweise auf den Verbleib der Ölgemälde eine Belohnung aussetzen. Die Bilder sind ohne Rahmen 73 mal 60 Zentimeter beziehungsweise 27,2 mal 35,2 Zentimeter groß.

Das Seedamm Kulturzentrum in Pfäffikon wurde von dem Unternehmer und Mäzen Charles Vögele gegründet. Seit dem 2. Dezember vergangenen Jahres sind dort in der aktuellen Winterausstellung Hauptwerke der Picasso-Sammlung aus dem hannoverschen Sprengel Museum zu sehen. Nach Angaben des Kulturzentrums handelt es sich dabei um 20 Originalwerke und 170 Radierungen, Linolschnitte und Lithographien aus allen Schaffensperioden.

Der Direktor des Sprengel Museums, Ulrich Krempel, sagte: „Wir sind vollkommen entsetzt. Das ist das erste Mal in der Geschichte unseres Hauses, dass so etwas passiert.“ Die Arbeiten hätten immer einen besonderen Platz in der Picasso-Sammlung des Museums gehabt.

In der Schweiz sind schon mehrfach Picassos entwendet worden. In der Galerie Bollag in Zürich nahe der berühmten Bahnhofstraße wurde seit den 80er Jahren wiederholt eingebrochen. Der spektakulärste Fall ereignete sich 1994, als vier - später zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilte - Täter sieben wertvolle Picasso-Bilder entwendeten. Deren Wert wurde damals auf 44 Millionen Dollar veranschlagt. Die meisten der Bilder tauchten im Jahr 2000 wieder auf.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen