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Gute Zusammenarbeit : Zwei Frauen und ihre Geschäftsidee

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die besten Ideen hat man im Bett – oder beim Frisör. So war es zumindest bei Anke Gebert. Die Frisörin, zu der sie schon lange geht, arbeitet in einem Riesen-Salon – aber nur mit noch einer Kollegin zusammen. „Eines Tages fragte sie mich, ob ich nicht jemanden kennen würde, der die nicht genutzten Stühle mieten und in dem Salon selbstständig mitarbeiten wollte“, erinnert sich die Hamburgerin. Sie hätte es schon mit einem Aushang im Schaufenster und einem Inserat in der Kammerzeitung versucht, erzählte die Frisörin, aber niemand hätte sich gemeldet. „Gibt es denn da kein Portal?“, hätte sie verblüfft zurückgefragt, erinnert sich Anke Gebert. Offenbar nicht, wie sie kurz darauf selbst feststellte.

Die Frisörin fand dann zwar doch noch jemanden, der in ihren Salon mit einzog, aber Anke Gebert kam von der Idee, ein entsprechendes Portal aufzubauen, nicht mehr los. „Ich erinnerte mich, dass ich als junge Mutter und Autorin auch die Idee gehabt hatte, mir zum Schreiben ein Kämmerchen zu suchen, in dem ich nur an zwei oder drei Abenden in Ruhe arbeiten konnte.“ Und dann suchte die Frisörin plötzlich auch noch eine Kosmetikerin, der sie einen bislang nicht genutzten Nebenraum des Salons vermieten wollte…

So wurde die Idee für das Anzeigenportal www.room-for-less.de geboren. In ihrer Kindheitsfreundin Berit Kleemann fand Anke Gebert eine Geschäftspartnerin, die mit ebenso viel Elan wie sie selbst an die Arbeit ging. Seit dem letzten Herbst führen beide die room for less network GmbH – und freuen sich über eine ständig wachsende Kundenzahl.

„Es gibt so viele Ideen, wie und mit wem man Räume teilen kann“, meint Anke Gebert und zählt nur einige davon auf: Ein Café-Besitzer, der seine Räume nach 18 Uhr, wenn er schließt, noch für Seminare oder geschlossene Veranstaltungen vermietet. Eine Mode-Designerin, die sich nach dem Studium für die erste eigene Kollektion noch keine eigene Boutique, wohl aber eine Kleiderstange in einem renommierten Geschäft gemietet hat. Eine Praxisinhaberin, die durch die Untervermietung eines Raumes für Yoga-Kurse jetzt eine geringere Mietbelastung hat. Ein Hotel, das seine bislang oft leerstehenden Tagungsräume dank der Präsenz auf rooms for less inzwischen für Monate im Voraus vermietet hat. „Selbst ein Schaufenster lässt sich vermieten, ich habe das mal in einer Apotheke gesehen, die jemandem die Möglichkeit gab, dort seine selbst entworfenen Taschen zu präsentieren“, erzählt Anke Gebert.

Bezahlen muss bei room for less nur derjenige, der einen Raum anbietet – denn er verdient ja auch daran. Das Portal ist vorläufig noch auf Angebote auf dem deutschen Markt beschränkt. „Wir haben aber europaweiten Markenschutz und wollen in absehbarer Zeit auch mit einer englischsprachigen Version an den Markt“, wagt die Geschäftsführerin schon einen Blick in die Zukunft.

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erstellt am 01.Okt.2016 | 06:25 Uhr

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