Zurück zum "Raumfahrtprogramm"

Neuer «Raumkreuzer» von Toyota: Der japanische Hersteller stellt in Genf die nächste Verso-Generation vor. (Bild: Geiger/dpa/tmn)
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Neuer «Raumkreuzer» von Toyota: Der japanische Hersteller stellt in Genf die nächste Verso-Generation vor. (Bild: Geiger/dpa/tmn)

Auf dem Genfer Autosalon sind nicht nur Luxuskarossen, Ökoautos und Kleinwagen zu sehen. Die Hersteller zeigen auch neue Großraumlimousinen und Kombis, die vor allem für Familien interessant sind.

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14. März 2009, 08:30 Uhr

Genf (dpa/tmn) - In konjunkturell schwierigen Zeiten verzichten viele Autohersteller auf teure Experimente und die Suche nach neuen Nischen. Sie besinnen sich vielmehr auf bodenständige Konzepte, wie sich beim Genfer Autosalon (5. bis 15. März) zeigt.

Neben sparsamen Kleinwagen sind hier auch Kombis und Großraumlimousinen zu sehen. Das neue «Raumfahrtprogramm» der Autohersteller wird besonders am Stand von Renault deutlich. Ein halbes Jahr nach dem Generationswechsel beim Mégane bauen die Franzosen nun die Modellpalette aus und schaffen dabei vor allem mehr Platz für Kind und Kegel. So gibt es den Golf-Konkurrenten künftig auch wieder als Kombi Grandtour. Für diese buchstäblich tragende Rolle wurden der Radstand um 6 und die Länge um 26 Zentimeter gestreckt und so ein Ladevolumen von 524 bis annähernd 1600 Litern erreicht.

Wer größere Kombis sucht, wird bei Seat und Opel fündig. Kurz nach der vom alten Audi A4 abgeleiteten Exeo Limousine haben die Spanier in Genf ihr neues Topmodell als Kombi gezeigt. Die Markteinführung des 4,67 Meter langen Raumkreuzers mit 442 Litern Laderaum ist im Sommer vorgesehen. Bei Opel macht der 4,91 Meter lange Sportstourer mit mindestens 540 Litern Fassungsvermögen die Modellpalette des Insignia komplett. Etwas länger auf Neuheiten warten müssen Oberklasse-Kunden: Mercedes hat zwar in Genf die neue E-Klasse als Limousine und Coupé gezeigt. Das T-Modell steht jedoch erst im Herbst auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main.

Mehr Platz für Koffer und Kinder

Noch mehr Bewegung kommt in das Segment der Großraumlimousinen. Auch hier gibt vor allem Renault den Ton an und zeigt gleich zwei neue Varianten des Scénic. Ihn wird es wie bisher mit zwei Radständen, zwei Längen und mit fünf oder sieben Sitzen geben, erläutert Renault-Sprecher Thomas May-Englert und verspricht mit dem neuen Format auch mehr Platz für Koffer oder Kinder. Aber die Franzosen haben nicht nur die Kniefreiheit und das Ladevolumen verbessert, sondern auch an vielen Details gearbeitet. Deshalb gibt es im Scénic zum Beispiel mehr als ein Dutzend Ablagen und Staufächer, die alleine auf ein Volumen von zusammen beinahe 100 Litern kommen.

Als direkten Gegner des Scénic bringt Toyota den neuen Verso an den Start. Der geräumige Ableger des Auris bekommt gut vier Zentimeter mehr Radstand, wächst auf eine Länge von 4,44 Metern und wird grundsätzlich mit sieben Sitzen angeboten, die in 32 Varianten kombiniert werden können.

Vorgeschmack auf die kommenden Modelle

Dritter im Bunde der neuen Großraumfahrer wird der Peugeot 3008, der allerdings obendrein noch ein wenig Anleihen bei den Geländewagen nimmt und deshalb mehr Bodenfreiheit und ein robusteres Design bietet. Wer mehr als fünf Plätze und etwas nüchterne Formen sucht, den vertröstet Deutschlandchef Olivier Dardart auf den September: «Auf der IAA zeigen wir einen weiteren Ableger der 308-Familie, der es als Siebensitzer mit dem VW Touran aufnehmen soll.»

Ebenfalls bei Ankündigungen bleibt es vorerst bei Kia und Ford. Denn die Koreaner geben auf dem Autosalon mit der gut vier Meter langen Designstudie «No. 3» nach Angaben von Pressesprecherin Silke Rosskothen einen Vorgeschmack auf eine kleine Großraumlimousine. Sie soll zum Jahreswechsel gegen Autos wie den Opel Meriva oder den Nissan Note antreten. Und bei den Kölnern reift mit dem Schaustück Iosis Max die Idee vom nächsten C-Max. Zwar darf das Auto laut Europachef John Fleming nicht als direkter Vorbote eines Serienmodells verstanden werden. «Doch gibt die Studie zumindest einen Hinweis auf unsere künftige Designrichtung, die wir für unsere kommenden Modelle in der Kompaktklasse vorgesehen haben.»

Dass die Autohersteller wieder die klassischen Nischen beleben und den zuletzt fast schon zwanghaften Entdeckertrieb etwas bremsen, ist für Branchenkenner wie Nick Margetts kein Wunder: «Von den Herstellern kennt keiner den Königswegs aus der Krise», sagt der Chef des Marktbeobachters Jato Dynamics in Limburg (Hessen). «Deshalb machen sie das, was sie können. Dann machen sie wenigstens keine Fehler.»

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