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Heizen mit Holz ist wieder in und das aus gutem Grund: Der einheimische Rohstoff ist deutlich billiger zu bekommen als Öl oder Gas. Wer einen eigenen Wald hat, bekommt ihn sogar zum Nulltarif.

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09. Oktober 2008, 11:00 Uhr

Heizen mit Holz ist wieder in und das aus gutem Grund: Der einheimische Rohstoff ist deutlich billiger zu bekommen als Öl oder Gas. Wer einen eigenen Wald hat, bekommt ihn sogar zum Nulltarif.

Der Brennstoff
Sechs Raummeter Hartholz ersetzen etwa 1000 Liter Heizöl oder 1000 Kubikmeter Erdgas. Doch während für diese Menge Erdgas rund 750 Euro zu zahlen sind, bekommt man sechs Raummeter Kaminholz bei der Landesforst beispielsweise schon für knapp 300 Euro. Holt man es selbst aus dem Wald, sind es bei Nadelholz rund 36 Euro, bei Laubholz ab 60 Euro.

Feinstaub
Wer mit Holz heizt, kann nicht nur seine Haushaltskasse entlasten, sondern auch die Umwelt schonen. Zwar wird auch dabei das klimaschädliche Kohlendioxid freigesetzt, aber nur die Menge, die während des Wachstums bei der Photosynthese gebunden wurde. Holz verbrennt also CO2-neutral, aber nicht ohne Feinstaub. Deshalb sind auch für Kamine und Kachelöfen Rußpartikelfilter im Gespräch. Wer jetzt einen Kamin kaufen möchte, sollte darauf achten, dass dieser die Zertifizierung hat, die es erlaubt, ihn über das Jahr 2024 hinaus ohne Filter zu betreiben.

Guter Speicher
Wer sein Wohnzimmer mit Holz heizen möchte, hat die Qual der Wahl: Transportabler Kaminofen, klassischer – heutzutage in der Regel geschlossener – Kamin oder Kachelofen. In der Anschaffung die günstigste Variante ist der Kaminofen. Wird er angeheizt, gibt er sehr schnell Wärme ab, hält sie dafür aber nicht so lange. „Ein Kamin speichert die Wärme da schon deutlich besser, weil er mit Schamottteilen gebaut wird, die hervorragende Speichereigenschaften haben“, erklärt Wolfgang Sokolowski vom Kago-Ausstellungszentrum Friedrichsruhe. „Allerdings ist er auch teurer.“ Der beste Wärmespeicher ist ein echter Kachelofen – aber auch der teuerste.

Wirkungsgrad
Während Kachelöfen schon immer hervorragende Wärmespeicher waren, haben sich Kamine erst in den vergangenen Jahren gemausert. Bei offenen Varianten lag der Wirkungsgrad vor Jahren gerade einmal bei 15 Prozent. „Moderne Kamine können bis zu 90 Prozent erreichen“, erklärt Riccardo Gawer, Hark-Studioleiter in Schwerin. „Das hängt davon ab, was und wie verbrannt wird.“ So müsse der Schornstein von Querschnitt und Höhe her passen, der Kamin der Raumgröße angepasst sein sowie sauberes und trockenes Holz genutzt werden.

Zentralheizung

Auch eine Zentralheizung kann mit Holz betrieben werden. Moderne Scheitholzvergaserkessel erreichen einen Jahresnutzungsgrad von bis zu 90 Prozent. Doch das Betreiben einer solchen Anlage ist sehr zeitintensiv, was Holzbeschaffung, Beschickung und Ascheentnahme angeht. Ähnlich effektiv wie der Holzvergaser arbeitet ein automatisch beschickter Hackschnitzelkessel.

Möglich ist es aber auch, die Wärme von Kachelofen oder Kamin in anderen Räumen zu nutzen – wenn man sich für einen wasserführenden Heizeinsatz entscheidet. Das Wasser wird mit erwärmt und über einen Speicher zur Heizungsanlage geleitet. Wer den wasserführenden Kamin mit einer thermischen Solaranlage kombiniert, kann weiter sparen. Mehrere große Unternehmen bieten entsprechende Komplettpakete an.

Zuschüsse
Wer mit Holz heizen möchte, kann für die Investition Fördermittel erhalten – aber nur, wenn er einen Scheitholzvergaserkessel oder eine Holzhackschnitzel-Anlage einbaut. Dann kann es über das Marktanreizprogramm des Bundes als Basisförderung 1125 Euro beziehungsweise 1000 Euro geben.

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