Kommentar: Gedenken Lichterhagen : Zurück- und Vorausschauen

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22. November 2015, 20:20 Uhr

Sollte Rostock dem Pogrom gedenken? – Ja, das muss es sogar, finde ich. Auch die Idee, nicht nur in Lichtenhagen ein Mahnmal zu errichten, sondern an mehreren Orten zu erinnern, ist sehr gut.  Aber, was Rostocks Bürgerschaftspräsident Nitzsche sich wünscht, wirkt wie ein Etikett für Polizei, Verwaltung, Medien. Es ginge über das Gedenken für das Damals hinaus. Es wäre  ein Stigma für das Heute. Und heute ist Rostock, ganz Rostock, weiter, aufgeklärter, demokratischer. Wir sollten erinnern, aber wichtiger als das Etikett des Versagens sollte das gemeinsame Bekenntnis sein, dafür zu sorgen, dass so was nie wieder passiert – gerade in Anbetracht der Flüchtlingskrise.  Wie das Gedenken wo stattfinden soll, das müsste Rostock entscheiden und kein Künstler allein. Es war Rostocks Versagen und es sollte Rostock sein, das sich bekennt für Damals und vor allem für die Zukunft.

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