Zur Person: Hermann Junghans

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26. Februar 2008, 08:34 Uhr

In Lübeck war Hermann Junghans im Jahr 2000 im Rennen um ein Senatorenamt gescheitert, weil selbst CDU-Freunde an seiner Kompetenz und persönlichen Reife zweifelten. 2002 rasselte er in Potsdam bei der Wahl zum Finanzchef durch. In Schwerin klappte es im selben Jahr dank einer Mehrheit aus CDU- und damaliger PDS-Fraktion trotz Warnungen mit dem Dezernentenamt. OB Norbert Claussen stellte sich demonstrativ hinter seinen Kandidaten: „Ich glaube an seine Fähigkeiten und will ihm eine zweite Chance geben.“ Tatsächlich jedoch reihte sich Panne an Panne. 2004 etwa verunsicherte Junghans die Eltern von 4217 Kindern: Während anderswo längst klar war, wie Kommunen und Eltern die ihnen durch das neue Kita-Gesetz aufgebürdeten Mehrkosten auffangen, konnte Junghans lange mit keinen Zahlen aufwarten. Fehlende Übersicht bewies er beispielsweise auch im Spätsommer 2004: Ohne mit den Trägern der gesetzlich vorgeschriebenen Sozialberatungs- und Altenarbeit je ernsthaft verhandelt zu haben, wollte er den städtischen Zuschuss im Alleingang praktisch auf Null setzen. Den Eindruck, seinem Amt nicht gewachsen oder an manchen Aufgaben nicht interessiert zu sein, hinterließ der Jurist auch bei offiziellen Auftritten: So zeichneten sich seine Begrüßungsworte oft durch an Oberflächlichkeit grenzende Kürze aus – oder er fehlte ganz.

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