Zu wacklig, zu giftig: Bandenitzer Turm muss weg

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Die Stunden für den Feuerwachturm bei Bandenitz sind gezählt: Seit zwei Tagen läuft der Rückbau. Ein paar Tage noch und die über 30 Meter hohe Konstruktion wird gänzlich verschwunden sein - und mit ihr tonnenweise Stahl und Asbest.

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29. Januar 2009, 07:42 Uhr

Bandenitz | Schweriner Spezialisten für Schadstoffsanierung, Abbruch und selektiven Rückbau zerlegen momentan den Asbest- Mantel des Turms in seine Einzelteile. Platte für Platte, Niete für Niete, Etage für Etage. Schon gestern Abend lag das Skelett - eine Konstruktion aus Stahl und hölzernen Treppen - frei. Die Flex erleichtert den Männern die Arbeit. Macht aber auch die Luft voll von Asbestfasern. Ohne Atemschutz geht gar nichts. Das ist Vorschrift.

Das Material, das in den 70er Jahren verwendet worden war, weil seine Feuerfestigkeit bestach, bedeutet jetzt das Ende des Bandenitzer Wahrzeichens. "Das Asbest ist aber nicht der alleinige Grund", räumt Heiko Berkhauer, Mitarbeiter im Forstamt Radelübbe, zu dessen Revier Bandenitz gehört, ein. "Wir hatten schon seit längerem Zweifel an der Standsicherheit des Turmes. Der ragt weit über die Bäume hinaus und bot über Jahrzehnte Wind und Wetter breite Angriffsfläche", sagt Berkhauer. Weil Rost und Löcher im Turm für diese Theorie sprachen, beauftragten die Radelübber den Betrieb für Bau und Liegenschaften MV mit einer Untersuchung. Und tatsächlich kamen die Schweriner - die für bauliche und Instandsetzungsarbeiten der zum Landesforst gehörenden Betriebe zuständig sind, zum gleichen Schluss.

So wird der einst nördlichste Turm seit 2007 schon nicht mehr als bemannter Peilturm für die Waldbrandüberwachung genutzt, erzählt Berkhauer. Das umfasse neben dem Landkreis Ludwigslust auch Teile des Nachbarkreises Parchim. Berkhauer: "Immer zwei Türme waren notwendig, um bei einem möglichen Brand die genauen Koordinaten feststellen zu können. Die verglasten Kanzeln, in denen unsere Mitarbeiter etwa bei der höchsten Waldbrandwarnstufe zehn Stunden Wache hielten, waren zu diesem Zweck mit Ferngläsern, Peilgerät, Telefon und den wichtigsten Telefonnummern ausgestattet."

Diese Zeiten sind vorbei: Bereits 2005 hat das Forstamt Jasnitz die automatisierte Waldbrandüberwachungszentrale in Betrieb genommen.

Fünf Kameras - installiert auf modernen, jetzt unbemannten Feuerwachtürmen oder alternativ auf Funktürmen - liefern rund um die Uhr "Ist-Zeit-Aufnahmen" an die Zentrale. "Auf dem Funkmast der Autobahnmeisterei Bandenitz werden wir die sechste Kamera installieren", kündigt Matthias Fiedelmann, Sachbearbeiter im Forstamt Jasnitz, an. Und damit ist das Waldbrandüberwachungsnetz wieder komplett, "vielleicht schon bis zum nächsten Sommer."

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