Kommentar des Autors : Zu kurz gegriffen

buchsteiner

von
23. Januar 2016, 07:00 Uhr

Sie kommt: die umstrittene Termin-Garantie für gesetzlich Versicherte. Widerwillig wird sie von den Kassenärztlichen Vereinigungen umgesetzt. Das bestehende Gerechtigkeitsproblem wird gezielt kleingeredet: Es ist ein Faktum, dass gesetzlich Versicherte länger auf einen Termin warten als Patienten bei Privatkassen. Deutschland verfügt über so viele Fachärzte pro Kopf der Bevölkerung wie kaum ein anderes vergleichbares Land. Die neuen Terminservicestellen dienen vor allem der Symptombekämpfung. Wer sich ab kommender Woche telefonisch an die Kassenärztlichen Vereinigungen wendet und um einen Termin bittet, dürfte am Ende womöglich schwer enttäuscht sein. Es wird zwar innerhalb von vier Wochen die gewünschte Behandlung oder Untersuchung möglich sein, um die gesetzliche Vorgabe zu erfüllen. Aber sicherlich wird es keinen Termin in allernächster Nähe und auf jeden Fall nicht bei einem vertrauten Mediziner geben. Die Politik täte gut daran, weitere Schritte folgen zu lassen. Ein gerechteres Gesundheitssystem zum Beispiel.

Rasmus Buchsteiner

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