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18. Dezember 2017 | 12:08 Uhr

Sound City : Zu hören bis nach „Africa“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Percussionisten der Brandenburger Musikschulen sorgen für krachige Eröffnungsshow

von
erstellt am 20.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Die Show ist atemberaubend: Sticks flitzen blitzschnell über Trommelfelle. Es klopft, klickt, knistert und rasselt überall. 24 Schlagzeuger hat die Percussiontruppe um Lars Weber, das heißt, dass 48 Hände permanent jede nur erdenkliche Art von Schlaginstrument bearbeiten, sei es mit sanfter Streichelei oder gnadenloser Dresche. Weber springt dabei zwischen seinen Schützlingen herum, gibt Einsätze und heizt das Ensemble so richtig an. Und dessen Stimmung überträgt sich nach wenigen Takten auf die Besucher, die zur langen Nacht der Percussions auf die Ölmühle gekommen sind.

 Wenn es eine Urform der Musik gibt, dann ist es ohne Zweifel die Trommelei“, sagt Lars Weber, der an der Musikschule Finsterwalde Schlaginstrumente unterrichtet. „Vielleicht liegt es daran, dass sich viele Menschen von Percussionmusik angesprochen fühlen. Sie spricht den Urmenschen in uns an.“

 Seit 2002 gibt es die „Weberknechte“, die den Stamm des Ensembles bilden. Rund 100 verschiedene Percussioninstrumente spielen die Mitglieder, das jüngste von ihnen ist 12, das älteste 18 Jahre alt. Kaum ein Stück, kaum ein Stil ist ihnen heilig, sie vergreifen sich an allem. Von expliziten Percussionstücken wie „D Sea Stuff“ oder „Baker Raggae“ über zeitgemäßes Trommelwerk wie dem Safri Duo-Ohrwurm „Played-A-Live“ bis hin zu klassischen Rockstücken wie „Every Breath You Take“ von Police oder Totos Evergreen „Africa“ – es scheint nichts zu geben, was sich nicht für Percussions arrangieren lässt.

 Wenngleich die Young Voices, Brandenburgs Auswahlchor für Jazz und Pop, und ein Bläserensemble mehrfach zur Unterstützung auf die Bühne kommen – die Show gehört den Trommlern, und das Publikum feiert jeden einzelnen Schlag.

 „Bei der Eröffnung der Landesmusikschultage versuchen wir immer, einen Bereich der Musikschulen zu präsentieren“, sagt Norbert Löhn vom Verband der Musikschulen Brandenburgs. „Vor zwei Jahren in Eberswalde war es der Tanz, mit dem wir die große Show bestritten haben, dieses Mal sind die Trommler dran.“

 Und die hatten bei der wilden Nummer sichtlich Spaß. „Es war richtig cool, vor allem die große Bühne, da konnte man sich richtig austoben“, sagte Nils Ertle im Anschluss an das Konzert. „Die Stimmung war irre, und ich glaube, dass kaum einer von uns diesen Auftritt in Wittenberge je vergessen wird.“

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