Extra : Zu heiß, zu nass – das Wettergejammer

svz.de von
22. Juli 2014, 11:55 Uhr

Mal brennt die Sonne wie dieser Tage erbarmungslos vom Himmel, mal drücken Regentiefs Temperatur und Stimmung. Es ist ungewiss, wie das Wetter in den kommenden Tagen wird. Fest steht aber, dass jemand einen Grund zum Klagen findet, denn gejammert wird immer.

Der bunte Chor der Hitze-Geplagten: 

BAUERN befürchten trotz teurer Beregnung  der Äcker Ernteeinbußen, besonders bei Getreide.

ARBEITGEBER haben Mehrkosten: Experten schätzen, dass eine Firma mit 1000 Quadratmetern Fläche und 100 Mitarbeitern bei Hitze 250000 Euro pro Jahr verliert, weil Angestellte weniger leisten können.

BAUARBEITER sind besonders stark belastet. Ohne ausreichenden Schutz droht ein Hitzeschlag. Auch Hautkrebs und chronische Augenschäden durch die UV-Strahlung sind mögliche Folgen.

MÜLLMÄNNER Je länger Abfalltonnen – besonders für Biomüll – in der prallen Sonne stehen, umso heftiger plagt Gestank ihre Geruchsnerven.

WALDBESITZER Bei langer Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr. Auch auf Feldern wird es brenzlig: Feldwege sollten nicht von Privatautos befahren werden. Heiße Auspuffteile haben bei Hitze und Trockenheit schon Ackerbrände ausgelöst.

BINNENSCHIFFER beklagen Einbußen, weil sie wegen Niedrigwasser in einigen Flüssen gar nicht mehr fahren können oder zumindest einen Teil ihrer Ladung zurücklassen müssen.

BAHNFAHRGÄSTE Böschungsbrände verursachen  nicht selten Verspätungen und zuweilen sogar Streckensperrungen. Hinzu kommen Probleme mit den Klimaanlagen der Züge – besonders gern in den Hightechwagen des ICE.

POLIZISTEN haben bei Hitze viel zu tun: mehr Anzeigen wegen Ruhestörung bei Partys mit offenem Fenster oder im Garten, mehr Streitfälle wegen erhitzter Gemüter.

SENIOREN, die zu wenig trinken, klagen über Erschöpfung, Übelkeit und Schwindel – bei körperlicher Belastung droht ein Kreislaufkollaps. Experten empfehlen, bei Hitze mindestens zwei Liter am Tag – vor allem Wasser oder Fruchtschorle.

Das vielfältige Regen-Gejammer: 

BAUERN: Bei Dauerregen fault die Ernte auf dem Halm. „Muss im Juli man nicht schwitzen, tut die Jahresplag' nichts nützen“, lautet eine alte Wetterregel.

BAHNFAHRGÄSTE Starkregen und Unwetter behindern den Zugverkehr – mal wegen Erdrutschen oder umgestürzter Bäume, mal wegen Stromausfällen nach Blitzschlägen.

HOTELIERS Urlauber und Wochenendausflügler entscheiden zunehmend spontan – bei Regen reisen deutlich weniger Gäste an als bei Sonne.

FREIBADBETREIBER An kühlen Tagen herrscht Leere am Becken, die Besucherzahlen gehen in einer verregneten Saison etwa um die Hälfte zurück.

SCHÜLER beklagen die „Höchststrafe“: endlich Sommerferien, und dann wetterbedingter Dauerhausarrest.

RUDI CARRELL (1934 - 2006) fragte 1975 in der Cover-Version des Songs „City of New Orleans“: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“. Der Showmaster wünschte sich „Sonnenschein von Juni bis September, und nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen