Zeitalter Biogas: Bützows erste Flamme

svz.de von
29. Februar 2008, 07:40 Uhr

Bützow - „Ein weiterer Schritt zum vollen Betrieb der Biogasanlagen ist gemacht“, sagt Peter Dethloff, Geschäftsführer der Bützower Wärme GmbH. Am Donnerstag erreichte der Methangehalt in einem der Fermenter eine solch hohe Konzentration, dass das Gas brannte. „Die Gaskonzentration war natürlich noch nicht ausreichend, um den Gasmotor anzutreiben“, erklärt Dethloff. Deshalb wird das Gas jetzt in der Anlaufphase „abgefackelt“. Für ihn sei dieser Tag aber etwas Besonderes, „weil wir den ganzen Prozess unzählige Male theoretisch durchgespielt haben. Doch jetzt können wir sagen, es funktioniert.“

Drei der vier Fermenter sind mittlerweile mit Gülle gefüllt. Die Temperatur in den riesigen Behältern liegt jetzt bei 20 Grad, steigt täglich um weitere 1,5 Grad, erklärt der Geschäftsführer. Er rechnet damit, dass die Fermenter in etwa 14 Tagen erstmals mit der Maissilage befüllt werden können. Weitere drei Monate gehen dann ins Land, um einen solch hohen Gasgehalt zu erreichen, der dann die Gasmotoren antreibt und Strom erzeugt. Außerdem soll ein Teil der anfallenden Energie in die Fernwärmeversorgung gehen.

Während die Anlagen schon „warmlaufen“, haben Bauarbeiter auf dem gesamten Areal noch eine ganze Menge zu tun. Das Silo für den Mais ist noch nicht vollendet, die Straße, die über das Gelände des Heizwerkes zu den Biogasanlagen führt muss noch gebaut werde. „Damit fangen wir am Montag an“, sagt Peter Dethloff.

Künftig werden in den vier Biogasanlagen täglich rund 100 Tonnen Mais und 30 Tonnen Gülle verarbeitet. „Alle Behälter sind gasdicht abgeschlossen“, betont Detloff. Maissilage, Gülle, Getreide gelangen über geschlossene Leitungen in das Verarbeitungssystem. Die Gärreste lagern ebenfalls in gasdichten Behältern. Außerdem gibt es spezielle Luftreinigungs-Systeme. Den gesamten Prozess überwachen Computerprogramme. „Die erfassen regelmäßig rund 1700 verschiedene Funktionen und Daten “, erklärt Peter Dethloff.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen