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24. September 2017 | 08:58 Uhr

Zeit der Grausamkeiten

vom

svz.de von
erstellt am 10.Nov.2011 | 08:39 Uhr

Da hält man dem Verhungernden die rettende Wurst hin, lässt ihn aber erst noch einen Knebelvertrag unterscheiden - so kann man das Hilfsangebot des Landes für das Schweriner Staatstheater natürlich interpretieren. Die Verantwortlichen in Schwerin fühlten sich erpresst, verständlicherweise. Aber es war bei Geldforderungen so oft von "drohender Insolvenz" die Rede, dass es ebenso verständlich ist, wenn das Land nun Taten sehen will.

Entschieden ist damit dennoch noch lange nichts - es soll ja erst mal verhandelt werden, geprüft und durchgerechnet. Der neue Kultusminister hat angedeutet, dass die Idee der "Kulturkooperationsräume", die ja nichts anderes bedeutet als zwei Landestheater mit diversen Spielstätten, noch nicht beerdigt ist. Das ist auf jeden Fall eine Überraschung.

Es muss dabei jedem klar sein: Dieses Konzept und gleichbleibende Landeszuschüsse bedeuten angesichts steigender Kosten eine unbefristete Zeit der Grausamkeiten und ein sinkendes Theaterangebot. Wenn die Landesregierung den Status quo an den Bühnen erhalten will, muss sie mehr Geld geben. Wenn sie aber die Förderung weiter einfriert und "veränderte Strukturen" fordert, heißt das schlicht, dass sie die finanziellen Daumenschrauben anlegt und Teile der Theaterlandschaft für verzichtbar hält. Es ist ein Gebot der Fairness, wenigstens offen zu sagen, welche das sind.

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