ZDF sauer, Brähmer auf Tauchstation

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27. Februar 2008, 12:34 Uhr

Schwerin/Hamburg/Mainz - Das Rästelraten um die Nichtantritts-Gründe von Schwerins Profiboxer Jürgen Brähmer beim Boxabend am Sonnabend in Halle an der Saale hält an. Nachdem der 29-Jährige noch am vergangenen Mittwoch beim obligatorischen Pressetraining in der Saale-Stadt zu erleben war und sich da kein Hauch andeutete, gab es tags darauf bekanntlich den großen Knall. Von „privaten Problemen“ und Unstimmigkeiten wegen der kurzfristigen Änderung des Gegners innerhalb von Wochenfrist war die Rede.

Seitdem wird Supermittelgewichtler Brähmer von seinem Hamburger Arbeitgeber Universum Box Promotion „unter Verschluss“ gehalten. „Jürgen braucht jetzt genügend Ruhe, um ein paar Sachen bei sich zu klären“, so Universum-Pressesprecher Christof Hawerkamp gestern. „Wir würden gerne verkünden, wann er wieder im Ring steht, aber es gibt nichts Neues.“

Zumindest das Tischtuch zwischen Promotor Klaus-Peter Kohl und seinem deutschen „Diamanten“ in Sachen potenzieller WM-Titel ist nach dem Eklat von Halle nicht zerschnitten. „Jürgen bleibt auch weiterhin bei Universum. Natürlich sind wir zur Zeit im Gespräch“, so Hawerkamp. Für Brähmer soll es die vergangenen Tage nach unseren Informationen „ein bisschen Stress mit dem Promotor“ gegeben haben. Nicht verwunderlich

Kampfboykott wegen Nicht-WM-Kampf?

Zugleich ließ Kohls Pressemann durchblicken, dass der noch immer nicht zustande gekommene WM-Kampf die Hauptursache von Brähmers Kampfboykott ist. „Wir können es nicht immer so bestreiten, wie er (Jürgen Brähmer– die Redaktion) es möchte“, sagte Hawerkamp und brachte dabei den Dreifach-Weltmeister Joe Calzaghe ins Spiel. In Hamburg hatte man drauf gesetzt, dass der Waliser Calzaghe im Vorfeld des jetzt für den 19. April angesetzten spektakulären Millionenduells gegen den US-Amerikaner Bernard Hopkins seine Titel niederlegt. Hawerkamp: „Doch Calzaghe steigt nur für den einen Kampf eine Gewichtsklasse höher.“

TV-Sender zurückhaltend
Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ZDF ist man gelinde gesagt verärgert über Brähmers Fauxpas von Halle. „Persönliche Gründe muss man natürlich erst einmal respektieren. Zur Begründung mit dem Gegnerwechsel hätten wir ihn gerne befragt, aber er stand für ein Gespräch nicht zur Verfügung“, sagt ZDF-Pressesprecher Thomas Hagedorn. Wie’s weitergeht, sei „erst einmal eine Sache zwischen Jürgen und seinem Promotor“. Hagedorn ergänzt: „Allerdings gucken wir uns die Hauptkämpfer an, die von Universum vorgeschlagen werden. Bei Brähmer muss sich das ZDF für die Zukunft das sicherlich noch überlegen.“

Kohls Profiboxstall hat seit 2002 einen Vertrag mit den Mainzern, die die Kampfabende an etwa fünfzehn Sonnabenden im Jahr übertragen.

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