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Zahl der Organspender sinkt: MV trotz geringerer Quote noch immer weit vorn

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erstellt am 03.Jun.2011 | 08:53 Uhr

Die Zahl der Organspender in Deutschland ist gesunken. Von Januar bis April 2011 lag sie mit 366 Spendern deutlich unter dem Vorjahreszeitraum. 2010 waren es bis Ende April 441 Spender. Gleichzeitig werden die Wartelisten immer länger. In Mecklenburg-Vorpommern warteten zu Jahresbeginn 283 Patienten, darunter fünf Kinder, auf ein Spenderorgan.

Der Nordosten Deutschlands mit Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin hat gemessen an der Einwohnerzahl nach wie vor die meisten Organspender - 19 pro eine Million Einwohner. Dabei liegt Brandenburg mit 14 Spendern unter dem Durchschnittswert der Region, Mecklenburg-Vorpommern mit 23 darüber. Allerdings ist diese Quote deutlich niedriger als vor ein paar Jahren, als die Statistik der Deutschen Stiftung Organtransplantation für MV noch 30 Organspender pro eine Million Einwohner auswies. Inzwischen ist Hamburg im Vergleich der Bundesländer mit 34 Spendern klar an der Spitze. Für Deutschland insgesamt (knapp 16) reicht es innerhalb Europas nur für einen Platz im hinteren Mittelfeld.

Dabei belegen Umfragen, dass die Mehrheit der Deutschen - rund 75 Prozent - zu einer Organspende bereit wären. Doch nur 25 Prozent haben ihren Willen in einem Organspendeausweis dokumentiert. Deshalb diskutieren Politiker, Mediziner und Ethiker über veränderte Regelungen für die Organspende. Zustimmungs-, Widerspruchs- oder Entscheidungslösung stehen zur Debatte. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag einer Krankenkasse hatten sich Ende Mai 41 Prozent der Deutschen für die "Entscheidungslösung" ausgesprochen: Jeder Bürger wird nach seiner Bereitschaft befragt, die Entscheidung für oder gegen die Spende wird in Dokumenten wie dem Führerschein vermerkt. 23 Prozent der Befragten waren für die "Widerspruchslösung": Jeder wird zum Spender, der zu Lebzeiten nicht eindeutig widersprochen hat. Ein Drittel bevorzugt die derzeit gültige "Zustimmungslösung": Nur Besitzer eines Organspendeausweises sind auch potenzielle Spender.

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