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11. Dezember 2017 | 03:21 Uhr

Wort des Jahres aus der Finanzwelt

vom

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2011 | 08:09 Uhr

Wiesbaden | Der Modebegriff "Stresstest" ist zum Wort des Jahres gekürt worden. Das Wort stamme aus der Humanmedizin, aber 2011 seien auch Atomkraftwerke, Regierungen, Banken und Bahnhofsprojekte Stresstests unterzogen worden, begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gestern in Wiesbaden ihre Wahl. Das Wort sei mittlerweile in die Alltagssprache eingegangen, sagte der GfdS-Vorsitzende Armin Burkhardt. Auf Platz zwei setzten die Sprachexperten das Wort "hebeln", das für die Ausweitung des Eurorettungsschirms steht. Auch dies also ein Begriff aus der Finanzwelt. Im vergangenen Jahr hatte die GfdS den "Wutbürger" an die Spitze gesetzt und "Stuttgart 21" auf Platz zwei der Liste gewählt.

Einen sogenannten Stresstest hatte auch der Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler verordnet, um die Schlüssigkeit des geplanten Bahnhofsbaus unter der Erde zu überprüfen. "Ich finde das sehr gut", lobte der CDU-Politiker den Jury-Entscheid. "Ein Stresstest ist Teil der notwendigen Information, um zu mehr Bürgerbeteiligung bei großen Projekten zu kommen", sagte er.

Die GfdS stellt traditionell eine Liste von Wörtern zusammen, die ein Jahr und seine Themen in besonderer Weise widerspiegeln. Deshalb kam die "Arabellion" auf Platz drei als "Oberbegriff für die zahlreichen Revolutionen und Umwälzungen in den arabischen und nordafrikanischen Ländern", so die Begründung.

Eine weitere Wortneuschöpfung kam auf Platz vier: "Merkozy" als Kurzbegriff für die Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy, die in der Eurokrise viel zusammenarbeiten müssen. In der Plagiatsaffäre des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) entschieden sich die Sprachwissenschaftler nicht für "Guttenplag", sondern für "guttenbergen" (Platz sieben). Gerade unter jungen Leuten sei das Verb als Synonym für abschreiben, abkupfern, plagiieren verbreitet, sagte der Experte Peter Schlobinski.

"Fukushima" auf Platz fünf erinnert an die Atomkatastrophe in Japan. "Burnout" aus Platz sechs sei als Diagnose zwar schon lange bekannt, werde aber zunehmend als Ausdruck der Probleme unserer Zeit insgesamt verstanden, sagte Burkhardt. "Wir sind alle dabei zu prüfen, ob wir nicht einen Burnout haben", so der Sprachexperte.

Die Epidemie mit dem Darmkeim EHEC vom Frühsommer brachte die "Killersprossen" auf Platz acht. Auf Platz neun landete FDP-Chef Philipp Rösler, der bei seiner Wahl zum Vorsitzenden versprochen hatte: "Ab jetzt wird geliefert!" Platz zehn stammt von der weltweiten Occupy-Bewegung, die gegen die ungleiche Verteilung von Macht und Geld protestiert: "Wir sind die 99 %".

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